IP-in-IP (auch IPIP oder IP Encapsulation within IP) ist das einfachste Tunnelprotokoll der IP-Welt: Ein komplettes IPv4-Paket wird als Nutzlast in ein weiteres IPv4-Paket eingebettet und so durch ein anderes Netz transportiert. Die Spezifikation steht in RFC 2003 (1996), die Grundidee reicht bis RFC 1853 zurück. Gegenüber GRE verzichtet IP-in-IP auf jeden Zusatzaufwand.

Minimaler Overhead

Das äußere Paket trägt im Protokollfeld die Nummer 4 und die Adressen der Tunnelendpunkte; das innere Paket bleibt vollständig erhalten. Da kein eigener Kapselungs-Header existiert, beträgt der Overhead nur 20 Byte — exakt die Größe des äußeren IPv4-Headers. Das macht IP-in-IP leichtgewichtig und schnell, ideal für einfache Router-Tunnel, bei denen es auf minimale Zusatzlast ankommt.

[äußerer IPv4-Header (Protokoll 4) | komplettes IPv4-Paket]

Grenzen und Abgrenzung

Die Schlichtheit hat ihren Preis: IP-in-IP kann ausschließlich IP in IP kapseln — anders als GRE unterstützt es weder andere Protokolle noch Multicast-Transport oder Zusatzoptionen wie Checksummen und Schlüssel. Verschlüsselung bietet es ebenfalls nicht; geschützt wird es bei Bedarf durch IPsec. Die Protokollnummern sollte man nicht verwechseln: 4 steht für IP-in-IP, 41 für IPv6-in-IPv4 (6in4), 47 für GRE sowie 50 und 51 für die IPsec-Protokolle ESP und AH.

Eingesetzt wird IP-in-IP vor allem dort, wo schlanke Kapselung genügt: bei einfachen Punkt-zu-Punkt-Tunneln zwischen Routern, im Mobile-IP-Umfeld und als Bestandteil größerer Lösungen wie DMVPN-Alternativen, die auf IPsec aufsetzen.

Verwandte Grundlagen: IP-in-IP-Befehle, IP-Tunnel, GRE, DMVPN.