Teredo (auch „Teredo Tunneling") ist ein Übergangsmechanismus, der IPv6-Pakete in UDP-Datagramme über IPv4 kapselt — und damit auch hinter NAT-Geräten funktioniert, wo reine IP-Protokoll-Tunnel wie 6in4 (Protokoll 41) scheitern. Entwickelt wurde Teredo von Christian Huitema bei Microsoft und 2006 als RFC 4380 standardisiert. Teredo-Adressen tragen das reservierte Präfix 2001::/32; die Adresse kodiert zusätzlich die öffentliche IPv4-Adresse des NAT-Geräts, den UDP-Port und eine Prüfsumme.

Aufbau

Zum Betrieb braucht Teredo zwei Komponenten: einen Teredo-Server, der auf UDP-Port 3544 lauscht und Clients den Einstieg ins IPv6-Netz vermittelt, sowie Teredo-Relays, die den Verkehr zwischen Teredo-Clients und dem regulären IPv6-Internet austauschen. Der Client erkennt dabei die Art seines NAT-Geräts und kann in vielen Fällen auch zwei Clients hinter verschiedenen NATs direkt miteinander verbinden (NAT-Traversal).

Status

Microsoft lieferte Teredo ab Windows XP als „Teredo Tunneling Pseudo-Interface" aus und nutzte es unter anderem für Xbox-Live-Szenarien. Mit der weiten Verbreitung von nativem IPv6 gilt Teredo heute als überholt: Es ist komplex, erzeugt Latenz und wurde mehrfach für Angriffe (z. B. IPv6-Leakage bei aktiven VPNs) kritisiert. Neuere Windows-Versionen deaktivieren den Client standardmäßig; die IETF dokumentierte 2021 in RFC 8981 die Teredo-spezifischen Adressen als obsolet. Moderne Netze setzen auf Dual-Stack oder NAT64.

Verwandte Grundlagen: IP-Tunnel, VPN-Grundlagen, 6to4, 6in4.