LDP (Label Distribution Protocol) ist ein Signalisierungsprotokoll für MPLS-Netze. Es verteilt die Zuordnungen zwischen Zielen (FECs) und Labels an die beteiligten Label-Switch-Router (LSR) und ist in RFC 5036 (2007, Nachfolger von RFC 3036) standardisiert. Ohne eine solche Verteilung wüsste kein Router im MPLS-Netz, welches Label er für welches Ziel verwenden soll.
Wie LDP arbeitet
LDP-Router entdecken sich gegenseitig über Hello-Nachrichten (UDP) und bauen dann eine TCP-Sitzung auf (Port 646). Zwei Router mit solcher Sitzung heißen LDP-Peers; der Austausch läuft in beide Richtungen. Jeder LSR weist jedem bekannten IP-Präfix ein lokales Label zu und teilt diese Label-Bindings seinen Nachbarn über Label-Mapping-Nachrichten mit. Empfängt ein Router ein Paket mit Label X, ersetzt er es durch das Label, das er von seinem Nachbarn für dasselbe Ziel gelernt hat (Swap) — so entsteht der Label Switched Path (LSP) durch das Netz.
LDP arbeitet mit dem jeweiligen Interior-Gateway-Protokoll zusammen: OSPF oder IS-IS sorgen für die Routen, LDP bildet dazu passende Label-Pfade. Üblich ist die unsolicited downstream-Verteilung mit liberal label retention: Jeder Router hält Bindings auch für nicht direkt genutzte Nachbarn vor, um bei Topologieänderungen schnell umschalten zu können.
Grenzen und Nachfolger
LDP ist ein separates Protokoll, das zusätzlich zum Routing-Protokoll betrieben und konfiguriert werden muss. Bei Umwegen muss die gesamte Kette der Label-Pfade neu berechnet werden, was die Konvergenz verlangsamt. Moderne Netze setzen deshalb zunehmend auf Segment Routing (SR-MPLS): Dort verteilt der IGP die Labels direkt mit, ein eigenes Label-Protokoll entfällt. Die LDP-Kommandos der Praxis finden sich in der Referenz LDP-Befehle.