LILO

LILO (LInux LOader) war von 1992 bis Anfang der 2000er Jahre der Standard-Bootloader der meisten Linux-Distributionen. Die Entwicklung begann 1992 durch Werner Almesberger; ab 1999 übernahm John Coffman das Projekt. LILO lädt den Linux-Kernel und ein optionales initrd vom Massenspeicher in den Arbeitsspeicher.

Konfiguration und Einschränkungen

Die Konfiguration erfolgte über die Datei /etc/lilo.conf. Anders als bei GRUB musste nach jeder Änderung der Befehl /sbin/lilo neu ausgeführt werden, um die Sektoren-Adressen auf die Platte zu schreiben. Frühe Versionen kannten keine Dateisysteme und scheiterten an der 1024-Zylinder-Grenze; auch fehlten Skriptsprache und ein interaktives Kommandozeilen-Menü.

Bedeutung heute

LILO wurde durch GRUB 2 abgelöst und gilt als veraltet. Für historische Systeme und ein tieferes Verständnis des Bootvorgangs bleibt es aber ein wichtiges Referenzbeispiel. Einen Überblick über alle Bootloader-Arten gibt der Artikel Bootloader; auf UEFI-Systemen kommt heute meist der schlanke systemd-boot zum Einsatz.