LUN steht für Logical Unit Number und ist in der SCSI-Architektur die Nummer, unter der ein Host eine logische Speichereinheit (Logical Unit) eines Targets anspricht. Ein Speichersystem präsentiert einem Server Speicherplatz nicht als „fertige Platte“, sondern als LUN — etwa LUN 0, LUN 1 oder LUN 10. Zusammen mit der Target-Adresse (z. B. iSCSI-IQN, Fibre-Channel-WWPN) identifiziert die LUN ein bestimmtes Block-Storage-Volume im Netzwerk.

Was ist eine Logical Unit?

Eine Logical Unit ist die adressierbare Einheit innerhalb eines SCSI-Targets — meist ein aus einem RAID-Verbund oder Plattenpool ausgeschnittenes Volume, das der Storage-Controller wie eine virtuelle Festplatte nach außen führt. Der Host sieht über sein Betriebssystem ein Block-Device (/dev/sdb, disk 1), das in Wahrheit über das Netz auf diese Logical Unit zeigt. Die LUN ist also keine physische Platte, sondern die logische Nummer dieser Einheit. Per REPORT LUNS-Kommando erfragt der Host, welche LUNs ein Target anbietet; LUN 0 hat dabei eine Sonderrolle als Einstiegspunkt.

LUNs bereitstellen

Beim Storage-Provisioning entsteht eine LUN in mehreren Schritten: Zuerst wird aus Festplatten ein Speicherpool oder RAID gebildet, daraus ein Volume geschnitten, und dieses Volume anschließend als LUN an einem Target-Port freigegeben. Unter Linux mit targetcli (Kernel-Target) sieht das so aus:

targetcli backstores/block create name=vmware_ds dev=/dev/sdb
targetcli /iscsi create iqn.2026-09.example:storage1
targetcli /iscsi/iqn.2026-09.example:storage1/tpg1/luns create /backstores/block/vmware_ds
targetcli /iscsi/iqn.2026-09.example:storage1/tpg1/acls create iqn.2026-09.example:client1

Im Beispiel wird das Block-Backstore vmware_ds als LUN an den iSCSI-Target-Port (TPG) gehängt und per ACL nur dem Initiator client1 freigegeben. Genau diese Konfiguration führt der Artikel iSCSI-Befehle im Detail vor.

LUN-Masking und Multipath

LUN-Masking ist die Zugriffskontrolle im Speichersystem: Der Controller entscheidet anhand der Initiator-Kennung (WWPN oder IQN), welche LUNs ein Host sehen darf. Während Fibre-Channel-Zoning auf Switch-Ebene trennt, wirkt Masking direkt am Array — beide Schutzschichten kombiniert man typischerweise. Bei Multipath sieht ein Server dieselbe LUN über mehrere Pfade (z. B. zwei HBAs, zwei Switches, zwei Controller); das Multipath-Tooling im Betriebssystem blendet die doppelten Pfade zu einem Device zusammen und verteilt Last und Ausfälle.

Verwandte Grundlagen: Block-Storage, iSCSI, Fibre-Channel-Zoning.