iSCSI-Befehle fassen die wichtigsten Werkzeuge für blockbasierten Speicher über IP-Netze zusammen: Auf der Initiator-Seite (Client) ist das vor allem iscsiadm aus dem open-iscsi-Paket, auf der Target-Seite (Speicher-Server) die Shell targetcli. Die Grundlagen liefert der Artikel iSCSI: Block-Storage über IP-Netze.
Targets entdecken (Discovery)
Der Initiator fragt beim Speicher-Server (Portal) per SendTargets ab, welche Targets er anbietet. Üblich ist der Standard-Port 3260:
iscsiadm -m discovery -t sendtargets -p 192.168.1.10 # Discovery
iscsiadm -m discovery -t st -p 192.168.1.10:3260 # Kurzform
iscsiadm -m node # bekannte Knoten anzeigen
iscsiadm -m node -o show # gespeicherte Parameter
Jedes Target ist über seinen IQN (iSCSI Qualified Name, Format iqn.JAHR-MONAT.reverse.domain:name) eindeutig adressiert. Nach dem Discovery liegt der Knoten unter /etc/iscsi/nodes/<IQN>/<Portal>/ und kann eingebunden werden.
Verbindung herstellen und automatisieren
iscsiadm -m node -T iqn.2026-09.de.example:storage -p 192.168.1.10 --login # Session aufbauen
iscsiadm -m node -T iqn.2026-09.de.example:storage -p 192.168.1.10 --logout # trennen
iscsiadm -m session # aktive Sessions
iscsiadm -m node -T iqn.2026-09.de.example:storage -p 192.168.1.10 --op update -n node.startup -v automatic
Die letzte Zeile setzt node.startup=automatic, damit der Server die Platte nach einem Neustart selbst wieder einbindet. Die eingebundenen LUNs erscheinen als normale Blockgeräte /dev/sdX; lsblk, dmesg und bei Mehrfachpfaden multipath -ll zeigen sie an. Danach kann man wie auf einer lokalen Platte partitionieren und ein Dateisystem anlegen.
CHAP-Authentifizierung
Zur Absicherung setzt iSCSI meist CHAP ein. Die Zugangsdaten werden am Knoten gespeichert, bevor man sich einloggt:
iscsiadm -m node -T iqn.2026-09.de.example:storage -p 192.168.1.10 --op update -n node.session.auth.authmethod -v CHAP
iscsiadm -m node -T iqn.2026-09.de.example:storage -p 192.168.1.10 --op update -n node.session.auth.username -v initiator1
iscsiadm -m node -T iqn.2026-09.de.example:storage -p 192.168.1.10 --op update -n node.session.auth.password -v geheim123
iscsiadm -m node -T iqn.2026-09.de.example:storage -p 192.168.1.10 --login
Target-Seite mit targetcli
Unter Linux stellt man iSCSI-Targets mit targetcli bereit (Paket targetcli-fb, Dienst target). Zuerst wird ein Backstore angelegt — ein Blockgerät oder eine Datei, die als LUN exportiert wird:
targetcli
/> backstores/block create name=disk1 dev=/dev/sdb # ganze Platte
/> backstores/fileio create name=file1 file_or_dev=/srv/iscsi/disk1.img size=10G
/> iscsi/ create iqn.2026-09.de.example:storage # Target anlegen
/> iscsi/iqn.2026-09.de.example:storage/tpg1/luns create /backstores/block/disk1
/> iscsi/iqn.2026-09.de.example:storage/tpg1/acls create iqn.2026-09.de.example:client1
/> saveconfig
/> exit
Die ACL (Access Control List) legt fest, welcher Initiator-IQN sich verbinden darf. saveconfig schreibt die Konfiguration nach /etc/target/saveconfig.json, damit sie einen Neustart übersteht.
Neben iSCSI über TCP/IP gibt es mit FCoE-Befehlen die Layer-2-Variante für konvergierte Netze; moderne NVMe-SANs konfiguriert man mit NVMe-oF-Befehlen.
Verwandte Grundlagen: iSCSI, Fibre Channel, NVMe-oF.