Das Point-to-Point Tunneling Protocol (PPTP) ist ein VPN-Tunnelprotokoll, das Microsoft Mitte der 1990er-Jahre gemeinsam mit Partnern entwickelte und ab Windows 95 OSR2 in das Betriebssystem einbaute. Die Spezifikation RFC 2637 (1999) blieb ein Informationsdokument — PPTP wurde nie ein offizieller IETF-Standard. Als erstes weit verbreitetes Einwahl-VPN machte es Fernzugriffe über das Internet populär.

Wie PPTP funktioniert

PPTP kapselt PPP-Frames in ein erweitertes GRE-Protokoll. Der Steuerkanal läuft über TCP-Port 1723 und verwaltet Auf- und Abbau der Verbindung, während die Nutzdaten direkt über GRE laufen. Für die Verschlüsselung sorgt MPPE (Microsoft Point-to-Point Encryption), ein RC4-basiertes Verfahren; die Authentifizierung übernimmt in der Praxis meist MS-CHAPv2.

PPP-Frame --> GRE (erweitert) --> IP  |  Steuerung: TCP 1723

Sicherheitsprobleme

PPTP gilt seit Langem als unsicher. Die RC4-basierte MPPE-Verschlüsselung und das MS-CHAPv2-Verfahren sind kryptographisch gebrochen: 2012 zeigten Moxie Marlinspike und Marsh Ray, wie Angreifer PPTP-Passwörter mit Wörterbuchangriffen in kurzer Zeit extrahieren können. Betriebssysteme und Router haben PPTP deshalb weitgehend entfernt oder deaktiviert. Für neue Verbindungen sollte PPTP nicht mehr eingesetzt werden — sichere Alternativen sind L2TP/IPsec, SSTP, IKEv2, OpenVPN oder WireGuard.

Verwandte Grundlagen: PPTP-Befehle, IP-Tunnel, VPN-Grundlagen.