RDP (Remote Desktop Protocol) ist das proprietäre Fernwartungsprotokoll von Microsoft für Windows-Systeme. Es wurde erstmals 1998 mit dem Terminal Server eingeführt und bildet die Grundlage der Funktion „Remotedesktopverbindung". RDP überträgt die grafische Oberfläche des entfernten Rechners und leitet Eingaben des Clients dorthin; standardmäßig lauscht der Dienst auf TCP-Port 3389.

Funktionsweise

Der RDP-Client sendet Eingaben (Tastatur, Maus) an den Server, dieser rendert die Bildschirminhalte und überträgt sie als komprimierte Grafikdaten zurück. Unterstützt werden mehrere gleichzeitige Sitzungen, die Weiterleitung von Druckern, Laufwerken und der Zwischenablage sowie Audio. Die Übertragung ist standardmäßig mit TLS verschlüsselt; mit der Netzwerk-Level-Authentifizierung (NLA) muss sich der Benutzer bereits vor dem Aufbau der Sitzung authentifizieren, was Man-in-the-Middle-Angriffe erschwert.

Risiken und Härtung

Direkt aus dem Internet erreichbare RDP-Dienste auf Port 3389 sind ein beliebtes Ziel für Brute-Force-Angriffe und Ransomware-Kampagnen. Die kritische Schwachstelle BlueKeep (CVE-2019-0708) erlaubte 2019 Remote-Code-Ausführung über RDP und betraf Millionen ungepatchter Windows-Systeme. Empfohlen wird: RDP nur über ein VPN freigeben, starke Passwörter und Multi-Faktor-Authentifizierung einsetzen, NLA aktivieren und den Dienst hinter einer Firewall absichern. Zertifikate des Servers (siehe Zertifikat) sollten von einer vertrauenswürdigen Stelle stammen.

Abgrenzung zu VNC und anderen Werkzeugen

Im Gegensatz zu VNC (offener RFB-Standard) ist RDP an Windows gebunden und bietet tiefere Integration in das Betriebssystem. Beide zählen zu den Remote-Desktop-Lösungen; für Linux-Systeme gibt es den RDP-Server xrdp, der eine Remotedesktopverbindung von Windows-Clients zu Linux erlaubt.

Verwandte Grundlagen: TCP, TLS-Handshake, VPN.