VNC (Virtual Network Computing) ist ein System zur grafischen Fernsteuerung von Computern. Es überträgt den Bildschirminhalt eines Rechners über das Remote-Framebuffer-Protokoll (RFB) an einen Client und leitet Tastatur- und Mauseingaben in die Gegenrichtung. Entwickelt wurde VNC 1999 von der Firma Olivetti Research Laboratory (ORL) in Cambridge; die Referenzimplementierung steht unter der GNU General Public License.

So funktioniert VNC

Der VNC-Server erfasst den Bildschirm des entfernten Rechners als Framebuffer und sendet nur die veränderten Bildbereiche an den Client. Als Transport dient in der Regel TCP; der Standard-Port ist 5900 + Displaynummer (Display :0 lauscht also auf Port 5900). Das Protokoll ist plattformunabhängig: Server und Client können auf unterschiedlichen Betriebssystemen laufen, ohne dass der Sitzungszustand am Server gespeichert wird.

Bekannte Implementierungen

  • TightVNC – schlanke Open-Source-Variante mit starker Kompression
  • TigerVNC – leistungsoptimierte Abspaltung mit besserer Performance
  • RealVNC – kommerzielle Implementierung mit kostenloser Basisversion

Sicherheit

Das klassische RFB-Protokoll verschlüsselt die Übertragung nicht und eignet sich daher nicht für direkte Verbindungen über das Internet. Üblich ist der Betrieb über ein VPN oder eine SSH-Tunnel-Verbindung (siehe SSH-Tunnel); zusätzlich sollte eine Firewall den Zugriff auf vertrauenswürdige Quellen beschränken. Moderne Varianten ergänzen TLS-Verschlüsselung und erweiterte Authentifizierung.

Abgrenzung zu RDP und Remote-Desktop-Werkzeugen

Während RDP ein proprietäres Microsoft-Protokoll mit integrierter Verschlüsselung ist, bleibt VNC ein offener, herstellerunabhängiger Standard. Beide gehören zur Familie der Remote-Desktop-Werkzeuge für die Fernwartung von Systemen.

Verwandte Grundlagen: TCP, UDP, TLS-Handshake.