Remote Desktop (deutsch: „entfernter Desktop") ist der Sammelbegriff für Techniken, mit denen man die grafische Oberfläche eines anderen Computers über das Netzwerk bedient. Der Client zeigt den Bildschirm des entfernten Rechners an und überträgt Tastatur- und Mauseingaben dorthin. Eingesetzt wird Remote Desktop für Fernwartung, Homeoffice, Support und den Zugriff auf Server, die oft in Rechenzentren oder virtuellen Umgebungen laufen (siehe Virtualisierung und Hypervisor).

Protokolle und Werkzeuge

Die bekanntesten Protokolle sind VNC (offener RFB-Standard, Port 5900) und RDP (Microsoft, Port 3389). Darüber hinaus gibt es viele spezialisierte Produkte:

  • TeamViewer und AnyDesk – kommerzielle Fernwartungstools mit Vermittlungs-Servern, die auch hinter NAT funktionieren
  • RustDesk – quelloffene Alternative mit selbst gehostetem Vermittlungsserver
  • Chrome Remote Desktop – browserbasierte Lösung von Google
  • NoMachine und X2Go – leistungsfähige Lösungen mit NX-Protokoll für Linux

Sicherheit

Fernzugriffsdienste sind ein häufiges Einfallstor für Angreifer. Wichtige Grundregeln: Dienste nicht ungeschützt ins Internet stellen, sondern über ein VPN oder einen Proxy bereitstellen, die Übertragung mit TLS verschlüsseln, starke Passwörter plus Multi-Faktor-Authentifizierung verwenden und den Zugriff per Firewall einschränken. Wer per SSH arbeitet, nutzt für den grafischen Zugriff oft X11-Forwarding oder einen SSH-Tunnel.

Server und Betriebssysteme

Remote-Desktop-Lösungen gibt es für nahezu alle Plattformen: Windows bringt RDP mit, auf Linux stehen VNC-Server, xrdp und NX-basierte Werkzeuge bereit, und Server lassen sich per Remote Desktop vollständig administrieren, ohne dass ein Monitor angeschlossen sein muss.

Für ganze Arbeitsplatz-Flotten gibt es zwei zentrale Modelle: Bei einer VDI-Umgebung läuft jeder Desktop als eigene virtuelle Maschine im Rechenzentrum, während schlanke Thin Clients nur noch die Sitzung anzeigen.

Verwandte Grundlagen: VNC, RDP, VPN.