RSVP-TE (Resource Reservation Protocol – Traffic Engineering) ist ein Signalisierungsprotokoll für MPLS-Netze. Es erweitert das Resource Reservation Protocol RSVP (RFC 2205) um Fähigkeiten für das Traffic Engineering und ist in RFC 3209 (2001) standardisiert. Mit RSVP-TE lässt sich ein Label Switched Path (LSP) entlang eines explizit gewünschten Pfades aufbauen und dabei Bandbreite reservieren — die Grundlage für MPLS-TE-Tunnel.
Wie RSVP-TE arbeitet
Der Einstiegsknoten (Headend) sendet eine PATH-Nachricht zum Ziel. Sie enthält eine Explicit Route Object (ERO) — die Liste der Knoten, die der Pfad durchlaufen soll — und fordert über ein LABEL_REQUEST-Objekt ein Label an. Jeder Knoten auf dem Weg trägt seine Adresse ein und reicht die Nachricht weiter. Das Ziel antwortet mit einer RESV-Nachricht zurück, die das Label und die reservierte Bandbreite (Flowspec) transportiert. So entsteht ein LSP mit garantierten Ressourcen. Im Fehlerfall oder bei Änderungen aktualisieren PATH-Tear- und RESV-Tear-Nachrichten den Zustand.
Unterschied zu LDP
Das Label Distribution Protocol (LDP) verteilt Labels entlang der IGP-Wege ohne Bandbreitenreservierung — jeder Router folgt einfach der Routing-Tabelle. RSVP-TE dagegen baut Pfade unabhängig vom IGP auf, kann explizite Routen und Umwege abbilden und reserviert für jeden LSP Bandbreite. Dafür hält es pro LSP Zustand in allen beteiligten Routern; bei vielen tausend Tunneln wird das aufwendig. Genau diesen Zustand vermeidet Segment Routing, das TE-Pfade über eine Segment-Liste im Paketkopf steuert.
Fast Reroute und Abgrenzung
RSVP-TE ist auch die Signalisierungsbasis für Fast Reroute (RFC 4090): Der schützende Router berechnet vorab Ersatzpfade und leitet im Fehlerfall lokal um. Vom reinen RSVP (ohne -TE), das für IntServ-QoS in IP-Netzen gedacht war und sich dort nicht durchsetzte, unterscheidet sich RSVP-TE durch die Label-Verteilung und die TE-Erweiterungen für MPLS.
Verwandte Grundlagen: MPLS, LDP, Segment Routing, BGP.