Streaming-Telemetrie (auch modellgetriebene oder Push-Telemetrie) ist ein Verfahren, bei dem Netzwerkgeräte ihre Betriebsdaten aktiv und kontinuierlich an einen Collector senden — statt darauf zu warten, dass ein Monitoringsystem regelmäßig nachfragt. Typische Daten: Schnittstellen-Zähler (Bytes/Pakete), CPU- und Speicherauslastung, Routing-Zustände, Fehler- und Drops-Zähler.
Push statt Polling
Klassisches SNMP-Polling fragt in festen Intervallen (z.B. alle 60 Sekunden) einzelne OIDs ab. Streaming-Telemetrie dreht das Verhältnis um: Das Gerät publiziert Daten nach Ablauf eines Sample-Intervalls oder unmittelbar bei Zustandsänderungen (on-change). Vorteile: feinere Granularität (bis in den Sub-Sekunden-Bereich), geringere Last auf Gerät und Netz (eine Abo-Verbindung statt vieler Polls), einheitlich strukturierte Daten mit Zeitstempeln und geringere Latenz bis zur Erkennung von Anomalien. Nachteil: höhere Anforderungen an Geräte-Unterstützung und Collector-Infrastruktur.
Transport und Modelle
Verbreitetster Transport ist gNMI über gRPC/HTTP/2, oft mit OpenConfig-Pfaden als gemeinsamen Modellen; Hersteller bieten auch eigene Wege. Die Daten sind YANG-modelliert und maschinenlesbar strukturiert (JSON/Protobuf). Abgrenzung: Telemetrie ist der allgemeine Begriff für automatische Fernmessung, Streaming-Telemetrie die Push-basierte Netzwerk-Variante. Verwandte Grundlagen: NETCONF, NetFlow.