TKIP (Temporal Key Integrity Protocol) ist das Verschlüsselungsprotokoll des Übergangsstandards WPA. Es wurde entwickelt, um die Schwächen von WEP zu beheben, ohne alte WLAN-Hardware austauschen zu müssen: TKIP lief als Firmware-Update auf WEP-fähigen Geräten und blieb wie WEP auf der Stromchiffre RC4 aufgebaut.
Was TKIP besser machte
Gegenüber WEP führte TKIP drei zentrale Mechanismen ein:
- Längerer Initialisierungsvektor: 48 Bit statt 24 Bit, zusammen mit einer lückenlos aufsteigenden Paketnummer (TSC) gegen Replay-Angriffe.
- Per-Packet-Key-Mixing: Jedes Paket erhält einen eigenen RC4-Schlüssel, der aus Master-Schlüssel, IV und Senderadresse gemischt wird — die WEP-typische Wiederverwendung von Schlüsselströmen entfällt.
- Michael-MIC: Eine 64-Bit-Prüfsumme (Message Integrity Code) erkennt manipulierte Pakete; ein Fehlerzähler sperrt nach zwei Fehlversuchen für 60 Sekunden, um Brute-Force zu erschweren.
Die Grenzen von TKIP
Weil TKIP auf RC4 aufsetzt, blieb es prinzipbedingt angreifbar. 2008 veröffentlichten Beck und Tews einen Angriff, der TKIP-geschützte Netze mit dem ChopChop-Verfahren in wenigen Minuten kompromittieren konnte; auch der KRACK-Angriff von 2017 betraf TKIP-Verbindungen. Der IEEE-Standard erklärte TKIP 2012 für veraltet. Seitdem gilt WPA2 mit AES-CCMP (AES im Counter-Modus mit CBC-MAC) als Untergrenze, modern ist WPA3.
Praxis
TKIP findet sich heute nur noch im Kompatibilitätsmodus älterer Router, etwa als WPA2 mit TKIP für alte Clients. Für neue Netze sollte ausschließlich WPA2 oder WPA3 mit AES-CCMP gewählt werden.