WEP (Wired Equivalent Privacy) war die erste Verschlüsselung für WLAN-Netze nach IEEE 802.11 (1997). Der Name versprach, was WEP nie hielt: einen Schutz, der dem eines Kabelnetzes gleichwertig ist. WEP gilt seit den 2000er-Jahren als vollständig gebrochen und ist heute nur noch ein warnendes Beispiel.
So arbeitete WEP
WEP verschlüsselte die Funkdaten mit der Stromchiffre RC4. Der Schlüssel war statisch und für alle Geräte im Netz gleich; pro Paket kam ein nur 24 Bit kurzer Initialisierungsvektor (IV) dazu, der im Klartext mitgesendet wurde. Übliche Varianten waren 64 Bit (davon 40 Bit echter Schlüssel) und 128 Bit (104 Bit echter Schlüssel) — der IV ist in beiden Längen bereits enthalten.
Warum WEP scheiterte
- Wiederverwendete Schlüsselströme: Weil der Schlüssel statisch und der IV kurz war, wiederholten sich die RC4-Schlüsselströme — passives Mithören genügte für den Angriff.
- Der FMS-Angriff (2001): Die Forscher Fluhrer, Mantin und Shamir zeigten, wie sich aus schwachen IVs der Schlüssel rekonstruieren lässt. Werkzeuge wie aircrack-ng knacken WEP so in Minuten, sobald genug Datenpakete abgefangen wurden.
- Fehlende Integritätsprüfung: Die Prüfsumme CRC-32 ist linear — Angreifer konnten Pakete unbemerkt verändern (Bit-Flipping).
Dazu kam: Der Schlüssel war für alle Geräte gleich, wer ihn kannte, konnte alle anderen abhören. Die Wi-Fi Alliance stellte WEP bereits 2004 zurück, der IEEE-Standard entfernte es 2012 endgültig. Der Nachfolger WPA führte mit TKIP neue Mechanismen ein, blieb aber RC4-basiert und war nur eine Übergangslösung zum robusten WPA2 mit AES-CCMP.
Praxis
Ein heute noch mit WEP betriebenes Netz gilt als offen. Mindeststandard sind die AES-basierten Verfahren WPA2 oder WPA3; alte Router bieten WEP nur noch im Kompatibilitätsmodus an und sollten nicht so betrieben werden.