WPS (Wi-Fi Protected Setup) ist ein von der Wi-Fi Alliance entwickelter Standard, der das Verbinden von Geräten mit einem WLAN vereinfachen soll. Statt das WLAN-Passwort einzutippen, drückt man eine Taste am Router oder gibt eine kurze PIN ein — das Gerät wird dann automatisch konfiguriert. Eingeführt wurde WPS 2006 als Reaktion auf die für Laien umständliche WPA/WPA2-Konfiguration.

Die drei Verfahren

  • Push-Button-Methode (PBC): Am Router und am Endgerät wird innerhalb eines Zeitfensters (meist 2 Minuten) je eine Taste gedrückt; die Geräte tauschen daraufhin die Zugangsdaten aus. Bequem, aber jeder, der physischen Zugriff auf den Router hat, kann sich so anmelden.
  • PIN-Methode: Eine 8-stellige PIN wird eingegeben (oft aufgedruckt auf dem Router-Etikett). Die PIN ist in zwei Hälften zu je 4 Ziffern aufgeteilt und wird in zwei Schritten geprüft — das halbiert den Suchraum drastisch.
  • NFC-Methode: Geräte tauschen die Daten per Nahfeldkommunikation aus; praktisch kaum verbreitet.

Sicherheitsprobleme

Die PIN-Methode ist die große Schwachstelle von WPS: Da die 4. Ziffer jeder PIN-Hälfte als Prüfsumme festliegt, bleiben pro Hälfte nur 10.000 Kombinationen — insgesamt also rund 11.000 statt 100 Millionen. Mit Werkzeugen wie Reaver lässt sich die PIN in Stunden bis wenigen Tagen brute-forcen. Noch kritischer ist der 2014 veröffentlichte Pixie-Dust-Angriff: Bei vielen Routern (vor allem ältere TP-Link-, D-Link- und Belkin-Modelle) nutzt die PIN-Generierung eine schwache Zufallszahl; die PIN lässt sich damit in Sekunden bis Minuten berechnen, ohne Rateversuche an den Router zu senden. Selbst moderne Router mit WPA2/WPA3 sind betroffen, solange WPS mit PIN aktiviert ist.

Empfehlung

WPS-PIN im Router deaktivieren, wenn das Gerät es erlaubt; die Push-Button-Methode ist bei aktivem WPS-PIN oft ebenfalls angreifbar, da Angreifer den PIN-Brute-Force mit einer „virtuellen Taste" kombinieren können. Für die Einrichtung neuer Geräte das WPA2- oder WPA3-Passwort direkt eingeben. WPS ist damit ein Paradebeispiel für „Sicherheit durch Bequemlichkeit" — die eigentliche Absicherung des WLANs leisten die Verschlüsselungsstandards, nicht das Setup-Verfahren.

Verwandte Grundlagen: WLAN, WPA2, WPA3, MAC-Filter, Verstecktes Netzwerk.