Ein verstecktes Netzwerk (auch unsichtbares WLAN, Hidden SSID) ist ein WLAN, dessen Name (SSID) nicht in den regelmäßig gesendeten Beacon-Frames übertragen wird. Endgeräte, die nur nach sichtbaren Netzen suchen, sehen es nicht in ihrer WLAN-Liste — es erscheint erst, wenn man den Netzwerknamen manuell einträgt. Viele Router bieten dafür die Option „SSID verbergen" oder „Netzwerkname unsichtbar".

Was das Verstecken bewirkt

Technisch sendet der Access Point weiterhin Beacons, lässt aber das SSID-Feld leer. Das schränkt die Auffindbarkeit für Gelegenheitsnutzer ein und reduziert die Zahl der Netze, die in der Umgebung angezeigt werden. Wer den Namen kennt, kann sich ganz normal verbinden — sofern man die SSID von Hand konfiguriert. Manche älteren Geräte und IoT-Komponenten haben mit versteckten Netzen Probleme und verbinden sich nicht zuverlässig.

Warum es keine Sicherheit bietet

Die Unsichtbarkeit ist reine „Security through Obscurity": Die SSID wird bei jeder Verbindung eines Clients im Klartext übertragen. Ein Angreifer mit einem Sniffer (z. B. airodump-ng aus dem aircrack-ng-Paket) muss nur warten, bis sich ein legitimes Gerät anmeldet — selbst ein fehlgeschlagener Verbindungsversuch mit falschem Passwort reicht, um den Netzwerknamen aufzuzeichnen. Danach ist das „versteckte" Netz für Angreifer genauso sichtbar wie jedes andere. Zusätzlich erzeugen Clients, die aktiv nach einer versteckten SSID suchen (Probe Requests), ständig Funksignale mit genau diesem Namen — ein Beobachter kann daraus sogar Bewegungsprofile ableiten.

Empfehlung

Ein verstecktes Netzwerk ist höchstens ein kosmetisches Mittel gegen überfüllte WLAN-Listen, nicht gegen Angreifer. Die eigentliche Sicherheit des WLANs liefern die Verschlüsselungsstandards WPA2 und WPA3 mit einem starken Passwort. Der MAC-Filter und das Verstecken der SSID sind beides Hürden gegen Gelegenheitsnutzer, aber keine Sicherheitsmaßnahmen im engeren Sinn.

Verwandte Grundlagen: WLAN, WPA3, WPS, MAC-Filter.