MPLS-Befehle aktivieren und prüfen die Label-Weiterleitung auf Routern. Die Kommandos unterscheiden sich je Hersteller, zeigen aber dieselben drei Ebenen: globale Aktivierung, Schnittstellen-Zuordnung und Diagnose der Label-Pfade. Der zugehörige Konzept-Artikel MPLS erklärt, warum Pakete über Labels statt IP-Adressen vermittelt werden.
Cisco IOS
Zuerst muss CEF (Cisco Express Forwarding) laufen, dann wird MPLS global und je Schnittstelle aktiviert. Das Label-Protokoll ist standardmäßig LDP:
ip cef
mpls ip
mpls label protocol ldp
!
interface GigabitEthernet0/0
mpls ip
Die show-Befehle bilden das Herz der Fehlersuche: show mpls interfaces listet aktive MPLS-Schnittstellen, show mpls ldp neighbor zeigt die LDP-Nachbarn mit Sitzungsstatus und show mpls forwarding-table die gelernten Label-Pfade (Incoming Label, Outgoing Label, Prefix, Next Hop). Die vollständige Zuordnung aller IP-Präfixe zu Labels liefert show mpls ip bindings.
Juniper Junos und MikroTik RouterOS
Auf Junos gehört MPLS in die Konfigurationshierarchie unter protocols mpls und protocols ldp; geprüft wird mit show mpls lsp (Ingress-/Transit-LSPs mit Status Up/Down) und show ldp session (Peer-Sitzungen, State Operational). RouterOS von MikroTik aktiviert MPLS über /mpls ldp set enabled=yes lsr-id=10.1.1.3, weist Schnittstellen mit /mpls ldp interface add interface=ether1 zu und zeigt den Zustand mit /mpls ldp neighbor print sowie /mpls forwarding-table print an.
Praxis-Tipps
- Ohne
ip cefstartet MPLS auf Cisco-Geräten nicht — CEF ist die Datenebene, auf der die Label-Weiterleitung aufsetzt. - Loopback-Adressen als Router-ID (z. B.
mpls ldp router-id Loopback0) machen LDP-Sitzungen stabil, weil Loopbacks bei Link-Ausfällen erreichbar bleiben. - LDP-Hello-Nachrichten laufen an die Multicast-Adresse 224.0.0.2 (UDP 646); die eigentliche Sitzung nutzt TCP 646.
- Verwandte Befehls-Referenzen: LDP-Befehle und Segment-Routing-Befehle.