Sybase Adaptive Server Enterprise (ASE) ist das RDBMS von Sybase (1987 von Mark Hoffman und Bob Epstein gegründet, seit 2010 Teil von SAP; ASE-Nachfolger SAP ASE 16). Die klassischen Kommandozeilen-Werkzeuge sind isql für SQL-Abfragen und bcp (Bulk Copy Program) für den Massendatentransfer. ASE verwendet Transact-SQL (T-SQL), das auch Microsoft SQL Server erbte.
isql — SQL-Kommandozeile
isql -S server -U sa -P geheim -D master
isql -S server -U sa -P geheim -D datenbank -i skript.sql -o ergebnis.txt
isql -S server -U sa -P geheim -w 200 -n
-SServername,-UBenutzer,-PPasswort,-DDatenbank-iEingabedatei,-oAusgabedatei,-wSpaltenbreite,-nkeine Nummerierung- Statements mit
go(alleinstehend) abschließen;quit/exitverlässt isql
bcp — Bulk Copy
bcp datenbank.dbo.tabelle out datei.dat -c -S server -U sa -P geheim
bcp datenbank.dbo.tabelle in datei.dat -c -t "|" -r "
" -S server -U sa -P geheim
outexportiert in eine flache Datei,inimportiert-cZeichenformat,-nnatives Format,-tFeldtrenner,-rZeilentrenner,-eFehlerdatei
System-Prozeduren (sp_)
sp_help tabelle # Objekt-Struktur anzeigen
sp_who # aktive Prozesse/Sessions
sp_lock # Sperren anzeigen
sp_configure # Server-Konfiguration
sp_helpdb # Datenbanken auflisten
sp_spaceused tabelle # Speicherplatz
- Administration über gespeicherte System-Prozeduren, nicht über separate CLI-Befehle
- Backup:
dump database name to "datei"/load database name from "datei"(ASE-Syntax, kein eigenes Tool)
Verwandte Befehls-Referenzen: Oracle-Befehle, Db2-Befehle, T-SQL-Befehle, SQL-Befehle.
Oracle Database ist das kommerzielle RDBMS von Oracle (ursprünglich 1979 als „Oracle V2“ von Larry Ellison, Bob Miner und Ed Oates; seit 2013 zusätzlich die Cloud-Variante Oracle Autonomous Database). Die Administration läuft über mehrere Kommandozeilen-Tools: SQL*Plus für SQL und Skripte, SQLcl als moderner Java-Nachfolger, RMAN (Recovery Manager) für Backup/Recovery und Data Pump (expdp/impdp) für den logischen Export/Import.
SQL*Plus und SQLcl
sqlplus system/geheim@ORCL
sqlplus -S system/geheim@ORCL @skript.sql # -S = silent
sql /nolog # SQLcl, erst CONNECT
CONNECT benutzer/passwort@dienst— Verbindung (SQLcl:sql /nolog, dannCONNECT)DESCRIBE tabellebzw.DESC— Spaltenstruktur anzeigenSHOW USER,SHOW PARAMETER,SHOW SGA— Konfiguration/Instance anzeigenSET LINESIZE 200,SET PAGESIZE 100,SET SERVEROUTPUT ON— Ausgabeformat (vgl. SQL*Plus-Befehle)SPOOL datei.log/SPOOL OFF— Ausgabe in Datei umleiten- PL/SQL-Blöcke mit
/abschließen @datei.sql— Skript ausführen,@@relativ zum aktuellen Skript- SQLcl zusätzlich:
script,history,info,tnsnames— moderne Ergänzungen
RMAN (Recovery Manager)
rman target /
RMAN> BACKUP DATABASE PLUS ARCHIVELOG;
RMAN> RESTORE DATABASE;
RMAN> RECOVER DATABASE;
RMAN> BACKUP INCREMENTAL LEVEL 1 DATABASE;
RMAN> LIST BACKUP;
- Physische Backups auf Block-Ebene (Datafiles, Controlfiles, Archived Logs, SPFILE)
- Inkrementelle Level-0/1-Backups,
VALIDATEfür Prüfungen,REPORT SCHEMAfür die Datenbankstruktur - Flashback Recovery Area (
db_recovery_file_dest) als Standard-Ziel
Data Pump (expdp/impdp)
expdp system/geheim@ORCL DIRECTORY=DUMP_DIR DUMPFILE=export.dmp FULL=Y
impdp system/geheim@ORCL DIRECTORY=DUMP_DIR DUMPFILE=export.dmp SCHEMAS=hr
expdp system/geheim@ORCL TABLES=hr.employees PARALLEL=4
- Logischer Export/Import seit Oracle 10g (Nachfolger von
exp/imp) - Parallele Operationen (
PARALLEL), Filter (SCHEMAS,TABLES,INCLUDE/EXCLUDE),CONTENT=METADATA_ONLY - Weitere Tools:
tnsping(Netz-Test),lsnrctl(Listener),sqlldr(SQL*Loader),adrci(Diagnose),srvctl/crsctl(Grid Infrastructure/Cluster)
Verwandte Befehls-Referenzen: Db2-Befehle, Sybase-Befehle, SQL-Befehle, SQL*Plus-Befehle, PL/SQL-Befehle, T-SQL-Befehle.
Elasticsearch ist eine verteilte Such- und Analysemaschine auf Basis von Apache Lucene (Shay Banon, seit 2010). Daten werden als JSON-Dokumente in Indizes gespeichert und über einen invertierten Index blitzschnell durchsucht. Die eigentliche Arbeit läuft über die REST-API auf Port 9200; die Kommandozeilen-Tools im bin/-Verzeichnis (meist /usr/share/elasticsearch/bin) dienen der Administration.
Wichtige bin-Tools
- elasticsearch: startet einen Node —
elasticsearch -dals Daemon,-p pidfileschreibt die Prozess-ID - elasticsearch-keystore: verwaltet verschlüsselte Einstellungen —
create,add,list,remove(Passwörter, API-Keys) - elasticsearch-plugin: Erweiterungen installieren/auflisten/entfernen —
elasticsearch-plugin install analysis-icu - elasticsearch-node / elasticsearch-shard: reparieren beschädigte Shards oder entfernen korrupte Daten
- elasticsearch-certutil: erzeugt TLS-Zertifikate, elasticsearch-users verwaltet native Benutzer und Rollen
REST-API mit curl
curl -X GET 'localhost:9200/_cat/indices?v'
curl -X PUT 'localhost:9200/produkte'
curl -X POST 'localhost:9200/produkte/_doc' -H 'Content-Type: application/json' -d '{"name":"Kaffee","preis":12.5}'
curl 'localhost:9200/produkte/_search?q=kaffee'
Die _cat-Endpunkte liefern kompakte Tabellen (Indizes, Nodes, Shards), _search führt Suchanfragen aus. Für komplexere Abfragen schickt man das Query DSL als JSON-Body — etwa boolesche Kombinationen, Filter oder Aggregationen.
Praxis-Tipps
- Ein Index ist in Shards aufgeteilt (Primär- und Replica-Shards) — das ermöglicht horizontale Skalierung.
- Ab Version 8 sind Sicherheit (TLS, Passwörter) und der Keystore standardmäßig aktiv.
- Logstash übernimmt das Einsammeln, Kibana die Visualisierung — zusammen der ELK-Stack.
Verwandte Grundlagen: MongoDB-Befehle, CouchDB-Befehle, Cassandra-Befehle, InfluxDB-Befehle, ClickHouse-Befehle, curl/wget-Befehle, YAML/TOML/JSON-Befehle.
ClickHouse ist eine spaltenorientierte Open-Source-Datenbank für Analytics (OLAP), ursprünglich von Yandex entwickelt und seit 2016 öffentlich. Weil Daten spaltenweise statt zeilenweise gespeichert und komprimiert werden (LZ4, ZSTD), beantwortet sie Aggregationen über Milliarden Zeilen in Sekundenbruchteilen. Der wichtigste Zugang ist der Client clickhouse-client, der wie mysql funktioniert.
Erste Schritte
clickhouse-client --query "SELECT 1"
clickhouse-client --query "SELECT count() FROM auftraege" --format JSONEachRow
Der Server läuft als clickhouse-server --config-file /etc/clickhouse-server/config.xml, standardmäßig auf TCP-Port 9000. Ohne Server verarbeitet clickhouse-local lokale Dateien direkt — praktisch für Ad-hoc-Analysen von CSVs.
Wichtige Kommandos
- Tabellen anlegen:
CREATE TABLE messwerte (datum DateTime, wert Float32) ENGINE = MergeTree ORDER BY datum - Daten laden:
INSERT INTO messwerte FORMAT CSV - Aggregationen:
SELECT toDate(datum) tag, sum(wert) FROM messwerte GROUP BY tag - Weitere Tools:
clickhouse-benchmark(Query-Performance testen),clickhouse-format(SQL formatieren),clickhouse-copier(Daten zwischen Clustern kopieren)
Praxis-Tipps
- Die MergeTree-Engine-Familie ist der Standard: Partitionierung, TTL und Replikation (
ReplicatedMergeTree) sind eingebaut. - Spaltenorientierung lohnt sich, wenn Queries nur wenige Spalten lesen — typisch für Dashboards und Reports.
- Materialized Views verdichten eingehende Daten kontinuierlich zu Aggregaten.
Verwandte Grundlagen: MySQL-Befehle, PostgreSQL-Befehle, Kafka-Befehle, Spark-Befehle, InfluxDB-Befehle, Elasticsearch-Befehle, Dockerfile-Befehle.
InfluxDB ist eine speziell für Zeitreihen entwickelte Open-Source-Datenbank (InfluxData, seit 2013). Messwerte wie Sensordaten, Metriken oder Log-Zähler werden mit einem hochauflösenden Zeitstempel gespeichert. Die Kommandozeile influx ist der klassische Zugang: Sie ist eine interaktive Shell, die direkt mit der HTTP-API der Datenbank spricht.
Erste Schritte
influx -username admin -password geheim
influx -execute 'SHOW DATABASES'
Mit -execute führt man genau ein Kommando aus und beendet die Shell wieder, praktisch für Skripte. Das Ausgabeformat lässt sich mit -format json oder -format csv steuern.
Wichtige Kommandos
- Datenbanken:
CREATE DATABASE messdaten,SHOW DATABASES,DROP DATABASE - Schreiben per Line Protocol:
INSERT raum,temperatur,raum=kueche wert=21.5 - Messdaten abfragen:
SELECT mean(wert) FROM raum WHERE time > now() - 1h GROUP BY time(5m) - InfluxDB 2.x:
influx setup,influx bucket create,influx write --bucket messdaten 'raum wert=21.5',influx query 'from(bucket:"messdaten") |> range(start: -1h)'
Das Line Protocol folgt dem Muster measurement,Tags Felder Zeitstempel — Tags sind indexierte Eigenschaften, Fields die eigentlichen Messwerte. InfluxDB 2 setzt auf die funktionale Abfragesprache Flux, InfluxDB 3 (Rust-basiert) dagegen wieder auf SQL und InfluxQL.
Praxis-Tipps
- Retention Policies (v1) bzw. Buckets (v2) regeln, wie lange Daten vorgehalten werden.
- Zeitstempel standardmäßig in Nanosekunden — bei
influx writedie Präzision mit--precision sangeben. - Für automatisierte Sammlung eignen sich Telegraf-Agents, die direkt ins Line Protocol schreiben.
Verwandte Grundlagen: Kafka-Befehle, Spark-Befehle, Elasticsearch-Befehle, ClickHouse-Befehle, MongoDB-Befehle, Bash-Befehle.