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PostgreSQL-Befehle: Schnellreferenz für psql, pg_dump und die Server-Tools

PostgreSQL bringt neben dem interaktiven Client psql eine ganze Familie von Kommandozeilen-Werkzeugen mit, die in der bin/-Verzeichnis der Installation liegen. Diese Referenz stellt die wichtigsten Server- und Wartungsbefehle vor.

Server steuern mit pg_ctl

pg_ctl -D /var/lib/postgresql/15/main start
pg_ctl -D /var/lib/postgresql/15/main stop -m fast
pg_ctl -D /var/lib/postgresql/15/main reload
pg_ctl -D /var/lib/postgresql/15/main status

-D zeigt auf das Datenverzeichnis (PGDATA). stop -m fast beendet sauber mit Checkpoint; -m immediate ist der harte Abbruch. reload liest postgresql.conf neu ein, ohne den Dienst zu stoppen — viele Parameter wie shared_buffers benötigen aber einen Neustart.

Datenbanken anlegen und löschen

createdb -U postgres meine_datenbank
dropdb -U postgres meine_datenbank

createdb ist die Kommandozeilen-Variante von CREATE DATABASE, dropdb entsprechend von DROP DATABASE. Beide verstehen -h (Host) und -p (Port) für entfernte Server.

Backup und Restore

pg_dump -U postgres -F c meine_datenbank > backup.dump
pg_restore -U postgres -d neue_datenbank backup.dump
pg_dumpall -U postgres > kompletter_cluster.sql
  • pg_dump sichert eine einzelne Datenbank; -F c erzeugt das komprimierte Custom-Format, -F p reines SQL. Mit -t tabelle lässt sich der Export auf einzelne Tabellen begrenzen.
  • pg_restore liest nur das Custom-Format (-F c) und erlaubt selektives Wiederherstellen (-t, --list).
  • pg_dumpall sichert den ganzen Cluster inklusive Rollen und Tablespaces als SQL-Skript.

Wartung und Diagnose

vacuumdb -U postgres -f meine_datenbank
pgbench -U postgres -i -s 10 meine_datenbank
pgbench -U postgres -c 10 -T 30 meine_datenbank
  • vacuumdb wendet VACUUM auf alle Tabellen einer Datenbank an — -f für FULL (kompaktiert Speicherplatz), -z für ANALYZE.
  • pgbench ist das eingebaute Lasttest-Werkzeug: -i initialisiert die Testdaten, dann misst -c 10 -T 30 Transaktionen pro Sekunde über 30 Sekunden.

Für den Alltag: Datenbank-Konzepte wie PostgreSQL-Datenbank und MariaDB im Vergleich, die verwandte CLI-Familie MySQL-Befehle — und für verteilte NoSQL-Systeme die Cassandra-Befehle.

MariaDB-Befehle: Schnellreferenz für Client, Dump und Administration

MariaDB ist ein MySQL-Fork und damit weitgehend kompatibel. Seit Version 10.4.6 heißen die Kommandozeilen-Werkzeuge um: Der Client heißt jetzt mariadb (früher mysql, weiterhin als Symlink verfügbar), und aus mysqldump wurde mariadb-dump. Diese Referenz zeigt die aktuellen Befehle.

Client starten

mariadb -u benutzer -p meine_datenbank
mariadb -u benutzer -p -h db-server.de meine_datenbank
mariadb -u benutzer -p -e "SELECT VERSION();"

Der Client mariadb ist eine interaktive SQL-Shell mit Tab-Vervollständigung. -e führt eine einzelne Query aus (Batch-Modus), < datei.sql importiert ein SQL-Skript.

Backup mit mariadb-dump

mariadb-dump -u benutzer -p meine_datenbank > backup.sql
mariadb-dump -u benutzer -p --single-transaction meine_datenbank > backup.sql
mariadb-dump -u benutzer -p --all-databases > alle_datenbanken.sql
  • --single-transaction erzeugt bei InnoDB einen konsistenten Snapshot ohne die Tabellen zu sperren — Standard für Live-Backups.
  • --all-databases sichert alle Datenbanken, --routines zusätzlich Prozeduren und Funktionen.
  • Wiederherstellen: mariadb -u benutzer -p meine_datenbank < backup.sql

Administration

mariadb-admin -u root -p status
mariadb-admin -u root -p ping
mariadb-admin -u root -p shutdown
mariadb-upgrade
mariadb-check -u root -p --all-databases
  • mariadb-admin (früher mysqladmin): Server-Status, Ping, Shutdown, aber auch create-database und drop-database.
  • mariadb-upgrade (früher mysql_upgrade) prüft und repariert nach einem Versionswechsel Systemtabellen und Objekte.
  • mariadb-check (früher mysqlcheck) prüft und repariert Tabellen (--check, --repair, --optimize).

Grundlagen zu Engine und Architektur: MariaDB und PostgreSQL-Datenbank im Vergleich; CLI-Verwandte sind MySQL-Befehle und PostgreSQL-Befehle.

Cassandra-Befehle: Schnellreferenz für cqlsh, nodetool und die Cluster-Tools

Apache Cassandra ist eine verteilte NoSQL-Datenbank mit linearer Skalierbarkeit. Die wichtigsten Kommandozeilen-Werkzeuge sind cqlsh für CQL-Abfragen, nodetool für die Cluster-Verwaltung und sstableloader für den Massenimport von SSTable-Dateien.

Abfragen mit cqlsh

cqlsh 10.0.0.5
cqlsh -u cassandra -p passwort 10.0.0.5
CREATE KEYSPACE app WITH replication = {'class':'SimpleStrategy','replication_factor':3};
USE app;
CREATE TABLE nutzer (id UUID PRIMARY KEY, name text);
INSERT INTO nutzer (id, name) VALUES (uuid(), 'Ada');
SELECT * FROM nutzer WHERE name = 'Ada' ALLOW FILTERING;

cqlsh spricht CQL (Cassandra Query Language), eine SQL-ähnliche Sprache. DESCRIBE KEYSPACES, DESCRIBE TABLES und EXIT sind die wichtigsten Meta-Befehle. ALLOW FILTERING ist nur für kleine Tabellen sinnvoll — normalerweise filtert Cassandra über den Primärschlüssel.

Cluster-Verwaltung mit nodetool

nodetool status
nodetool info
nodetool repair
nodetool cleanup
nodetool snapshot -t vor_umstellung
nodetool flush
  • status zeigt jeden Knoten mit Status (UN = Up/Normal), Datenmenge und Besitzanteil.
  • info zeigt Heap-Nutzung, Load und Uptime des lokalen Knotens.
  • repair gleicht Repliken ab (Anti-Entropy) — wichtig, weil Cassandra gelöschte Daten nur per Tombstones und Repairs endgültig entfernt.
  • cleanup entfernt Daten, die nach einer Topologie-Änderung nicht mehr zu diesem Knoten gehören.
  • snapshot erzeugt einen hart-link-basierten Backup-Punkt pro Table, flush schreibt die Memtables auf die Platte.

Massenimport und Lasttests

sstableloader -d 10.0.0.5 /pfad/zu/sstables
cassandra-stress write -n 100000 -rate threads=8
cassandra-stress read -n 100000
  • sstableloader lädt existierende SSTable-Dateien in einen laufenden Cluster — der Standardweg, um Daten aus Backups oder anderen Clustern zu übernehmen.
  • cassandra-stress erzeugt Lastprofile für Write- und Read-Tests und liefert Durchsatz- und Latenz-Metriken.

Einordnung im NoSQL-Umfeld: NoSQL-Datenbank, die verwandten CLI-Referenzen MongoDB-Befehle und Redis-Befehle — sowie für relationale Systeme die PostgreSQL-Befehle.

Redis-Befehle: Schnellreferenz für redis-cli

Redis-Befehle werden über das Kommandozeilenwerkzeug redis-cli ausgeführt. Redis (REmote DIctionary Server) ist ein In-Memory-Schlüssel-Werte-Speicher und wird vor allem als Cache, Session-Store oder Message-Broker eingesetzt.

Verbindung und Erste Schritte

redis-cli ping              # Antwort: PONG
redis-cli -h host -p 6379   # Verbindung zu Remote-Server
redis-cli -a passwort       # mit Passwort (AUTH)

PING prüft die Verbindung, INFO zeigt Server-Statistiken und SELECT n wechselt zwischen den 16 logischen Datenbanken (0-15).

Schlüssel und Werte

SET name "Ada"      # String setzen
GET name            # String lesen
DEL name            # Schlüssel löschen
EXISTS name         # 1 = Schlüssel existiert
EXPIRE session 3600 # Ablaufzeit in Sekunden
TTL session         # verbleibende Lebenszeit
KEYS user:*         # Schlüssel nach Muster finden
TYPE name           # Datentyp des Schlüssels

Redis kennt neben Strings auch Hashes (HSET/HGET), Listen (LPUSH/LRANGE), Sets (SADD/SMEMBERS) und sortierte Sets (ZADD/ZRANGE).

Administration

DBSIZE              # Anzahl der Schlüssel
FLUSHDB             # aktuelle Datenbank leeren
FLUSHALL            # alle Datenbanken leeren
SHUTDOWN            # Server herunterfahren

Verwandte Grundlagen: Redis: In-Memory-Datenbank für Cache und Queue und NoSQL-Datenbanken.

Neo4j-Befehle: Schnellreferenz für cypher-shell und neo4j-admin

Neo4j-Befehle verteilen sich auf zwei Werkzeuge: cypher-shell für Abfragen in der Graph-Sprache Cypher und neo4j-admin für administrative Aufgaben wie Datenbank-Dump und -Restore.

cypher-shell

cypher-shell -u neo4j -p passwort          # interaktive Shell
cypher-shell "MATCH (n) RETURN n LIMIT 5"  # Skript-Modus

Die Shell spricht über das Bolt-Protokoll mit der Datenbank. :exit beendet die interaktive Sitzung, :help zeigt die verfügbaren Befehle.

Cypher-Grundbefehle

CREATE (p:Person {name: "Ada", alter: 36})   # Knoten anlegen
CREATE (a:Person)-[:KENNT]->(b:Person)        # Beziehung anlegen
MATCH (p:Person) RETURN p                     # Knoten lesen
MATCH (p:Person {name: "Ada"}) SET p.alter = 37
MATCH (p:Person) WHERE p.alter > 30 RETURN p.name
MATCH (p:Person) DETACH DELETE p              # Knoten mit Beziehungen löschen
MERGE (p:Person {name: "Ada"})                # anlegen oder wiederfinden

Cypher arbeitet mit Muster-Matching: MATCH findet Muster im Graph, RETURN liefert Ergebnisse, WHERE filtert und MERGE legt nur an, was noch nicht existiert.

neo4j-admin

neo4j-admin database dump neo4j --to-path=/backups
neo4j-admin database load --from-path=/backups neo4j
neo4j-admin database info neo4j

Verwandte Grundlagen: NoSQL-Datenbanken (Graph-Datenbanken als NoSQL-Variante). Wer Dokumenten- und Schlüssel-Werte-CLIs sucht: MongoDB-Befehle und Redis-Befehle.

  1. MongoDB-Befehle: Schnellreferenz für mongosh
  2. Rebol-Befehle: Schnellreferenz für Dialekte und Datenorientierung
  3. Red-Befehle: Schnellreferenz für Rebols Open-Source-Nachfolger
  4. Pike-Befehle: Schnellreferenz für die LPC-Nachfolgesprache

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