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  5. Programmiersprachen-Befehle

psql-Befehle: Schnellreferenz für die PostgreSQL-Kommandozeile

psql-Befehle — die wichtigsten Optionen und Meta-Kommandos des PostgreSQL-Kommandozeilen-Clients psql. psql ist das interaktive Terminal-Programm für PostgreSQL und kann auch in Scripts für automatisierte Aufgaben eingesetzt werden.

Verbindung herstellen

psql -U benutzer -d dbname -h server
psql -U app -h 192.168.1.20 -p 5433 kunden_db
psql postgresql://benutzer:passwort@server/dbname

Mit -U wird der Benutzer, mit -d die Datenbank und mit -h beziehungsweise -p der Host beziehungsweise Port gewählt. Alternativ akzeptiert psql eine komplette libpq-Verbindungs-URL.

Meta-Kommandos (mit Backslash)

l          -- Datenbanken auflisten
dt         -- Tabellen im aktuellen Schema anzeigen
d benutzer -- Struktur einer Tabelle beschreiben
dn         -- Schemata anzeigen
du         -- Rollen anzeigen
c andere_db -- Datenbank wechseln
x          -- erweiterte (vertikale) Anzeige umschalten
conninfo   -- aktuelle Verbindung anzeigen

Die Meta-Kommandos beginnen mit einem Backslash und steuern die Anzeige, das Schema und die Sitzung — sie sind keine SQL-Anweisungen, sondern Befehle des Client-Programms.

Nicht-interaktiv in Scripts

psql -U app -d kunden_db -c "SELECT count(*) FROM orders;"
psql -U app -d kunden_db -f /pfad/zu/abfrage.sql
psql -U app -d kunden_db -Atc "SELECT id FROM users"

-c führt eine einzelne SQL-Anweisung aus, -f liest Befehle aus einer Datei. Die Kombination -A (unaligned, ohne Auffüllung), -t (nur Datenzeilen) und -q (still) erzeugt saubere Ausgabe für Scripts; -v setzt Variablen.

Fortgeschrittene Meta-Kommandos

copy kunden TO 'export.csv' CSV HEADER
gexec        -- Ausgabe der vorigen Query als neue Befehle ausführen
pset format unaligned
o ausgabe.txt -- Ausgabe in Datei umleiten

copy importiert beziehungsweise exportiert Dateien direkt vom Client-Rechner, während COPY auf dem Server läuft. gexec (seit PostgreSQL 9.6) führt das Ergebnis der vorherigen Abfrage als Befehle aus — praktisch für Massen-Operationen wie GRANT-Anweisungen.

Die zugrunde liegende Sprache ist in der SQL-Befehle-Referenz beschrieben, das Datenbanksystem in PostgreSQL. Für MySQL-Systeme übernimmt der mysql-Client die Rolle.

SQL*Plus-Befehle: Schnellreferenz für Oracles Kommandozeilen-Werkzeug

SQL*Plus-Befehle — die wichtigsten Optionen und SET-Kommandos von Oracles Kommandozeilen-Werkzeug sqlplus. SQL*Plus ist das klassische Interaktionswerkzeug für Oracle-Datenbanken und erlaubt SQL, PL/SQL und eine eigene Suite von Formatierungs- und Reporting-Befehlen.

Verbindung herstellen

sqlplus benutzer/passwort@orcl
sqlplus system/geheim@//192.168.1.30:1521/ORCLPDB1
sqlplus / as sysdba

Die Verbindung besteht aus Benutzer, Passwort und Connect-Identifier im Format host:port/service oder Net-Service-Name. / as sysdba verbindet über das Betriebssystem mit Administratorrechten — für administrative Aufgaben.

Wichtige Kommandos

DESCRIBE benutzer;      -- Tabellenstruktur anzeigen
SHOW USER;              -- aktuellen Benutzer anzeigen
SPOOL bericht.txt;      -- Ausgabe in Datei schreiben
SET LINESIZE 200;       -- Zeilenbreite
SET PAGESIZE 50;        -- Zeilen pro Seite
SET SERVEROUTPUT ON;    -- DBMS_OUTPUT sichtbar machen
RUN;                    -- SQL-Puffer erneut ausführen
@/pfad/zu/skript.sql;   -- Skript ausführen

DESCRIBE zeigt die Spaltenstruktur einer Tabelle, SPOOL schreibt die Ausgabe in eine Datei (mit SPOOL OFF beendet man das Schreiben) und SET steuert mehr als 60 Umgebungsvariablen der Sitzung.

Nicht-interaktiver Einsatz

sqlplus -S benutzer/passwort@orcl @/pfad/zu/bericht.sql
echo "SELECT COUNT(*) FROM kunden;" | sqlplus -S benutzer/passwort@orcl

-S (silent) unterdrückt das Begrüßungsbanner und Prompts — so lassen sich SQL*Plus-Skripte sauber in Shell-Pipelines und Cron-Jobs einbauen. Mit -L wird der Verbindungsversuch nur einmal ausgeführt (kein erneutes Passwort-Prompt bei Fehlern).

PL/SQL-Ausgabe

SET SERVEROUTPUT ON
BEGIN
  DBMS_OUTPUT.PUT_LINE('Hallo Oracle');
END;
/

PL/SQL-Blöcke werden mit dem Slash / auf einer eigenen Zeile abgeschlossen und ausgeführt. SET SERVEROUTPUT ON macht die DBMS_OUTPUT-Ausgabe im Terminal sichtbar.

Die zugrunde liegende Sprache ist in der SQL-Befehle-Referenz und der prozeduralen Erweiterung PL/SQL-Befehle beschrieben. Die Alternativen für andere Datenbanksysteme sind MySQL und psql.

Dylan-Befehle: Schnellreferenz für die dynamische OO-Sprache

Dylan (Dynamic Language) ist eine Mehrparadigmen-Programmiersprache, die Anfang der 1990er Jahre unter der Leitung von Apple entwickelt wurde — ursprünglich für den Newton-PDA. Sie kombiniert funktionale und objektorientierte Programmierung mit Makros und dynamischer Reflexion. Dylan leitet sich direkt von Scheme und CLOS ab, verzichtet aber auf die Klammer-Syntax von Lisp.

Erste Schritte

Die wichtigste Implementierung ist Open Dylan (opendylan.org), ein nativer Compiler für Linux und Windows:

make-dylan-app hallo     # erzeugt ein Projektverzeichnis
dylan-compiler -build hallo   # baut das Projekt
./_build/bin/hallo       # startet das Programm

Ein minimales Programm:

define library hallo
  use common-dylan;
end library;

define module hallo
  use common-dylan;
end module;

define method main () => ()
  format-out("Hallo Welt
");
end method;

main();

Konzepte

  • Library — Zusammenstellung von Modulen, die gemeinsam kompiliert werden.
  • Module — Namespace-Verwaltung (wie Packages in anderen Sprachen).
  • Generische Funktionen und Mehrfach-Dispatch statt klassischer Methoden.
  • Makros — Lisp-artige hybride Makros ohne Klammer-Syntax.

Abgrenzung

Dylan ist ein Vorläufer moderner dynamischer Sprachen: Wer heute Python oder JavaScript nutzt, findet in Dylan viele der gleichen Ideen — nur mit Compile-Zeit-Typprüfung für effizienten nativen Code. Trotz des Apple-Ursprungs (Entwicklung bis 1995) lebt die Sprache über Open Dylan weiter. Ähnliche Nischenpositionen nehmen Vala (GNOME) und Inform (interaktive Fiktion) ein.

Inform-Befehle: Schnellreferenz für interaktive Fiktion

Inform ist eine Programmiersprache und ein Autorensystem für interaktive Fiktion (Text-Adventures), entwickelt ab 1993 von Graham Nelson. Inform 6 (1996) war lange der Standard für Parser-Adventures; Inform 7 (2006) erlaubt es, Spielregeln in natürlicher englischer Sprache zu formulieren. Das kompilierte Spiel läuft auf den virtuellen Maschinen Z-machine (Z-Code) oder Glulx.

Erste Schritte

Die modernen Werkzeuge nutzen den Kommandozeilen-Compiler ni (Inform 7) mit inform6 im Hintergrund:

ni -project mein.spiel -release     # kompiliert das Projekt
frotz mein.spiel.ulx                # spielt eine Glulx-Datei (Z-Machine: frotz x.z5)
glulxe mein.spiel.ulx               # alternativer Glulx-Interpreter

Ein minimales Inform-7-Spiel:

"Hallo Raum" is a room.
The player is in Hallo Raum.
A sign says "Willkommen in der interaktiven Fiktion!"

Werkzeuge

  • ni — der Inform-7-Compiler (Natural Inform), übersetzt nach Inform 6.
  • inform6 — der klassische Compiler für Inform 6 (Z-Code/Glulx).
  • frotz / glulxe — Interpreter zum Spielen der kompilierten Werke.
  • cBlorb — verpackt Spiele in das Blorb-Containerformat.

Abgrenzung

Inform ist eine Nischensprache: Während sich Lua oder Python für allgemeine Spiele eignen, ist Inform speziell auf die Textadventure-Community zugeschnitten — ein frühes Beispiel für domänenspezifische Sprachen. Auch Vala (GNOME-Desktop) und Dylan (aus Apples Newton-Ära) sind solche Nischensprachen.

Vala-Befehle: Schnellreferenz für die GNOME-Sprache

Vala ist eine objektorientierte Programmiersprache für die Linux-Desktop-Welt, die modernen Komfort wie in C# mit der Effizienz von C verbindet. Entwickelt wurde sie ab 2006 von Jürg Billeter und Raphaël Slinckx; der Compiler valac erzeugt zunächst C-Quellcode, der dann mit gcc zu einer nativen ausführbaren Datei übersetzt wird. Vala nutzt das GObject-Typsystem der GNOME-Plattform — Klassen, Signale und Eigenschaften werden direkt von der Sprache unterstützt.

Erste Schritte

valac --version
valac hello.vala          # kompiliert hello.vala nach ./hello
valac --pkg gtk4 hello.vala   # Pakete (GIR/VAPI) einbinden
valac --vapi meinelib.vapi lib.vala   # VAPI-Datei für Bibliotheken erzeugen
vapigen --pkg glib-2.0 lib.gir       # Bindings aus GObject-Introspection

Ein minimales Programm:

void main () {
    stdout.printf ("Hallo Welt
");
}

Typische Werkzeuge

  • valac — der Compiler, der Vala nach C übersetzt (selbst in Vala geschrieben).
  • vapigen — erzeugt VAPI-Bindings aus GIR-Dateien für fremde C-Bibliotheken.
  • --pkg — bindet GNOME-Bibliotheken wie GTK, GLib oder GObject ein.
  • Kein JIT und kein Garbage Collector — Speicherverwaltung über GLib-Referenzzählung.

Abgrenzung

Vala gehört zu den Sprachen, die direkt für das C/C++-Ökosystem kompilieren, ähnlich wie Rust, aber mit einer deutlich einfacheren Einbindung von C-Bibliotheken. Wer GNOME-Anwendungen mit moderner Syntax schreiben möchte, nutzt Vala statt des umständlichen GObject-C-Codes. Weitere Nischensprachen außerhalb des Mainstreams sind Dylan (dynamische OO) und Inform (interaktive Fiktion).

  1. Frege-Befehle: Schnellreferenz für reine funktionale Programmierung auf der JVM
  2. Ceylon-Befehle: Schnellreferenz für die statisch typisierte JVM-Sprache von Red Hat
  3. Fantom-Befehle: Schnellreferenz für die portable objektorientierte Sprache
  4. Thrift-Befehle: Apache Thrift IDL und Compiler kompakt erklärt

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