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Fish-Befehle: Schnellreferenz für die Friendly Interactive Shell

Fish (Friendly Interactive Shell) ist eine moderne Kommandozeilen-Shell, die seit 2005 von Axel Liljencrantz entwickelt wird. Sie ist bewusst nicht POSIX-kompatibel und legt den Fokus auf Komfort: Syntax-Highlighting, Autosuggestions und Tab-Vervollständigung funktionieren ohne Konfiguration. Das Ziel: eine Shell, die direkt nach dem Start für Einsteiger wie Profis angenehm bedienbar ist.

Erste Schritte

fish                    # interaktive Sitzung starten
fish_config             # Konfiguration im Browser (Web-UI)
fish_add_path ~/bin     # Verzeichnis dauerhaft zum PATH hinzufügen
help                    # Dokumentation im Browser öffnen

Die Konfigurationsdatei liegt unter ~/.config/fish/config.fish und wird beim Start automatisch ausgeführt.

Befehle und Eigenheiten

  • Autosuggestions: Fish zeigt während der Eingabe graue Vorschläge an; mit → oder Ctrl-F wird der Vorschlag übernommen.
  • Variablen: set -l (lokal), set -g (global), set -U (universell, über Sitzungen hinweg dauerhaft), set -x (exportiert). Statt export VAR=wert schreibt man set -gx VAR wert.
  • Funktionen: function name ... end definiert Funktionen, funced bearbeitet sie interaktiv, funcsave speichert sie dauerhaft.
  • Aliase: alias ll "ls -l" erzeugt intern eine Funktion; abbr definiert Abkürzungen, die erst nach Leertaste expandiert werden.
  • Events: emit sendet eigene Events, --on-event registriert Handler — damit lassen sich Prompts, cd-Wechsel und Timer steuern.
  • Completions: complete ergänzt eigene Vervollständigungen für beliebige Kommandos.
  • Schleifen und Bedingungen: for x in a b c; echo $x; end, if ...; else; end, while ...; end.
  • Verlauf: history zeigt und durchsucht die Historie; cd - wechselt zum vorherigen Verzeichnis.

Erweiterungen

Fisher ist der verbreitete Plugin-Manager für Fish (fisher install plugin). Viele Konfigurations-Frameworks wie Oh My Fish sind inzwischen weniger aktiv, weil Fish viele Features bereits eingebaut mitbringt.

Verwandte Grundlagen: Zsh-Befehle, Xonsh-Befehle und die klassische Bash.

Zsh-Befehle: Schnellreferenz für die Z Shell

Zsh (Z Shell) ist eine leistungsfähige, interaktive Kommandozeilen-Shell, die 1990 von Paul Falstad an der Princeton University entwickelt wurde. Sie ist weitgehend bash-kompatibel, bietet aber deutlich mehr Funktionen: erweiterte Globbing-Muster, ein modulares Completion-System, ausgefeilte Prompt-Expansion und ein Plugin-Ökosystem. Seit macOS Catalina (2019) ist Zsh die Standard-Shell auf dem Mac.

Erste Schritte

zsh                     # interaktive Sitzung starten
echo $ZSH_VERSION       # Version anzeigen
which zsh               # Pfad der Shell ermitteln

Die Konfiguration liegt typischerweise in ~/.zshrc (interaktive Shells); dazu kommen .zshenv (für alle Sitzungen), .zprofile und .zlogin (Login-Shells) sowie .zlogout (beim Beenden).

Besondere Befehle

  • autoload: lädt Funktionen bei Bedarf aus dem FPATH — Grundlage des modularen Zsh-Funktionssystems.
  • zcompile: kompiliert Skripte und Funktionen in schneller ladbare .zwc-Dateien.
  • compinit/compdef: starten das Completion-System und definieren eigene Vervollständigungen; compinstall führt durch die Einrichtung.
  • zmv: massenhaftes Umbenennen per Muster, z. B. zmv '(*).txt' '$1.md'.
  • zcalc: ein integrierter wissenschaftlicher Taschenrechner.
  • vcs_info: liefert Versionskontroll-Informationen (Git, SVN, …) für den Prompt.
  • setopt/unsetopt: schalten über 100 Optionen ein und aus, z. B. setopt autocd (Wechsel ins Verzeichnis ohne cd) oder histignorespace.
  • bindkey: belegt Tastenkombinationen im Zsh-Line-Editor (z. B. bindkey '^r' history-incremental-search-backward).
  • Erweiterte Parameter-Expansion: ${(L)var} (Kleinbuchstaben), ${var:h} (Head/Pfad ohne Dateiname), ${(j:,:)arr} (Array verbinden).

Erweiterungen

Oh My Zsh ist das populärste Framework mit über 300 Plugins und vielen Themes (plugins=(git docker kubectl npm)). Daneben gibt es Prezto, zplug, zgen und antigen. Ergänzend sind zsh-autosuggestions (fish-artige Vorschläge) und zsh-syntax-highlighting (farblich hervorgehobene Kommandos) weit verbreitet. Bekannte Prompt-Themes sind powerlevel10k und agnoster.

Verwandte Grundlagen: Fish-Befehle, Xonsh-Befehle und die klassische Bash.

Xonsh-Befehle: Schnellreferenz für die Python-basierte Shell

Xonsh (ausgesprochen wie „conch") ist eine vollwertige, plattformübergreifende Shell, deren Sprache eine Erweiterung von Python 3 ist. Shell-Befehle wie ls oder git status lassen sich direkt mit Python-Ausdrücken mischen — Variablen sind echte Python-Objekte, und die Umgebung ist ein Dictionary. Xonsh läuft auf Linux, macOS, Windows, Android und sogar im Jupyter-Notebook.

Erste Schritte

python -m pip install xonsh   # Installation
xonsh                         # interaktive Sitzung starten
xonsh --rc                    # mit Konfiguration (auch --login)

Die Startkonfiguration liegt in ~/.xonshrc und wird beim Start als Python-Code ausgeführt.

Sprache und Befehle

  • Python + Shell gemischt: for x in range(3): print(x) funktioniert direkt; genauso ls -l als Subprozess-Befehl.
  • Umgebung als Dictionary: $HOME ist ein Python-Objekt, env['PATH'] oder $PATH direkt veränderbar.
  • Interpolation: echo @(1+1) wertet Python aus und übergibt das Ergebnis an den Befehl; $() fängt Subprozess-Ausgabe als String, ![] führt einen reinen Python-Befehl ohne Subprozess aus.
  • Aliase: aliases['ll'] = 'ls -l' oder als Python-Funktionen, die echte Objekte übergeben.
  • Events statt Hooks: @events.on_chdir, @events.on_precommand und weitere Events ersetzen die Hook-Systeme anderer Shells.
  • xpip: ein Wrapper, der Python-Pakete in der richtigen Umgebung installiert (xpip install requests).
  • xontrib: Erweiterungen („contributions") wie xontrib-autojump, xontrib-prompt-bar oder xontrib-jupyter — aktiviert per xontrib load <name>.
  • History: history zeigt die Sitzungshistorie; zusätzlich gibt es Vorschläge (Suggestions) wie in Fish.
  • Fremde Umgebungen: foreign_env und superenv laden Umgebungen anderer Shells oder Konfigurationen nach.

Einsatzgebiet

Xonsh eignet sich besonders für Anwender, die ohnehin in Python denken: Datenverarbeitung, Globbing mit echten Python-Listen, komplexe Skripte ohne erneutes Erlernen einer Shell-Syntax. Nachteil: kein POSIX-kompatibles Skripting — reine Shell-Skripte bleiben in Bash oder Zsh.

Verwandte Grundlagen: Fish-Befehle, Zsh-Befehle und Python-Befehle.

Racket-Befehle: Schnellreferenz für die Sprache der Sprache

Racket ist ein moderner Lisp-Dialekt, der aus der Scheme-Tradition stammt und sich auf das Bauen von Sprachen spezialisiert hat — bekannt als language-oriented programming. Die DrRacket-IDE und das mächtige Makrosystem machen Racket besonders für Ausbildung und Sprachdesign beliebt.

Erste Schritte

Racket-Programme beginnen mit einem Sprach-Header; die Ausführung übernimmt racket:

#lang racket              ; erste Zeile jeder Datei
racket datei.rkt           ; Programm ausführen
racket -i -e "(+ 1 2)"     ; Ausdruck in REPL auswerten

raco: Die Kommandozeilen-Werkzeuge

  • raco make datei.rkt — kompiliert zu Bytecode.
  • raco pkg install paket — Paket installieren (Paketmanager).
  • raco pkg remove paket — Paket entfernen.
  • raco test — Tests aus dem Paket ausführen.
  • raco docs — lokale Dokumentation im Browser öffnen.
  • raco exe --gui datei.rkt — eigenständige ausführbare Datei bauen.

Sprachvariationen und Makros

#lang typed/racket        ; Typed Racket: statische Typen
#lang scribble            ; Dokumentationssprache
(define-syntax-rule (swap a b) ...)  ; eigenes Makro

Praxis-Tipps

  • DrRacket bietet Schritt-für-Schritt-Debugging und einen Stepper für Anfänger.
  • Mit #lang lassen sich eigene DSLs definieren — Racket kompiliert dann die neue Sprache.
  • Für Web-Anwendungen existiert das Web-Server-Paket im Racket-Ökosystem.

Verwandte Grundlagen: Scheme-Befehle, Common-Lisp-Befehle, Emacs-Lisp-Befehle.

Emacs-Lisp-Befehle: Schnellreferenz für die Editor-Sprache

Emacs Lisp (kurz Elisp) ist der Lisp-Dialekt des Editors GNU Emacs und die Sprache, in der nahezu die gesamte Editor-Logik geschrieben ist. Wer Emacs erweitert oder konfiguriert, schreibt Elisp — die init.el ist ein Elisp-Programm.

Erste Schritte

Elisp wird interaktiv im Editor ausgewertet:

M-x eval-buffer             ; ganze Datei auswerten
M-x eval-defun              ; aktuelle Definition auswerten
M-x emacs-lisp-byte-compile-file  ; in .elc kompilieren

In der Kommandozeile lässt sich Emacs auch skriptartig nutzen:

emacs --batch -l datei.el -f Funktion  ; ohne GUI ausführen
emacs -Q --batch --eval "(message "Hallo")"  ; Optionen deaktivieren und Ausdruck auswerten

Paketverwaltung

  • package.el ist der eingebaute Paketmanager: M-x package-install, M-x list-packages.
  • use-package deklariert Pakete deklarativ in der init.el und verzögert das Laden.
  • straight.el installiert Pakete reproduzierbar direkt aus Git-Repositories.

Wichtige Sprachkonstrukte

(defun gruss (name) (message "Hallo %s" name))  ; Funktion
(setq mein-var 42)                               ; Variable setzen
(add-hook 'text-mode-hook 'meine-funktion)       ; Hook registrieren
(if (boundp 'var) var nil)                       ; Bedingung

Praxis-Tipps

  • Mit C-h f (describe-function) findet man jede Elisp-Funktion mit Doku.
  • Byte-Compilation (.elc) beschleunigt das Laden großer Konfigurationen.
  • Elisp verwendet dynamische Bindung — Variablen in der Konfiguration sind global sichtbar.

Verwandte Grundlagen: Common-Lisp-Befehle, Racket-Befehle, Scheme-Befehle.

  1. Common-Lisp-Befehle: Schnellreferenz für die Lisp-Ursprache
  2. Verilog-Befehle: HDL-Referenz für FPGA- und ASIC-Design
  3. SystemVerilog-Befehle: Design und Verifikation mit IEEE 1800
  4. VHDL-Befehle: HDL-Referenz für FPGA- und ASIC-Design

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