D ist eine statisch typisierte Systemprogrammiersprache mit C-ähnlicher Syntax, die Walter Bright ab 2001 entwickelte und die später Andrei Alexandrescu maßgeblich mitprägte. Sie verbindet die Performance nativer Kompilierung mit modernen Konzepten wie Templates, Ranges und vertragsbasiertem Testen. Die Standardbibliothek heißt Phobos, bekannte Projekte sind das Webframework vibe.d und das Build-Tool dub.
Erste Schritte
Der Referenz-Compiler ist dmd (Digital Mars D); ldc (LLVM) und gdc (GCC) sind alternative Compiler:
dmd hallo.d # Kompiliert hallo.d zu einer ausführbaren Datei
dmd -run hallo.d # Kompiliert und führt direkt aus
rdmd hallo.d # Führt .d-Dateien aus wie Skripte (auch mit Shebang)
rdmd --eval='writeln("Hallo");' # Einzeiler direkt ausführen
Wichtige dmd-Optionen
-O— Optimierungen aktivieren-release— Release-Build ohne Laufzeitprüfungen-w— alle Warnungen anzeigen-unittest— Unittest-Blöcke (Version(unittest)) kompilieren und ausführen-L<option>— Option an den Linker durchreichen
Projektverwaltung mit dub
dub init projektname # Neues Projekt mit dub.json/dub.sdl anlegen
dub add paket # Abhängigkeit hinzufügen
dub build # Projekt bauen (ohne auszuführen)
dub run # Projekt bauen und starten
dub test # Tests ausführen
dub upgrade # Abhängigkeiten auf aktuelle Versionen bringen
Praxis-Tipps
- D besitzt standardmäßig eine Garbage Collection, erlaubt aber mit
@nogcund manuellem Speichermanagement auch GC-freien Code. - UFCS (Uniform Function Call Syntax) erlaubt
arr.map!(...)als Methoden-Aufruf — ein Markenzeichen der Sprache. - Für Skript-artige Automatisierung ist
rdmdmit Shebang-Zeile#!/usr/bin/env rdmddie schnellste Lösung.
Verwandte Grundlagen: C/C++-Befehle, Rust-Befehle, Go-Befehle, Odin-Befehle, Ada-Befehle.
Ada ist eine stark typisierte Programmiersprache, die Ende der 1970er-Jahre im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums unter der Leitung von Jean Ichbiah entwickelt und 1983 als Standard veröffentlicht wurde — benannt nach Ada Lovelace. Sie ist für Sicherheit, Zuverlässigkeit und Wartbarkeit ausgelegt und dominiert sicherheitskritische Bereiche wie Avionik, Bahn- und Raumfahrttechnik. Seit Ada 2012 bringt die Sprache Design-by-Contract direkt mit (Vor-/Nachbedingungen und Invarianten); die aktuelle Version ist Ada 2022.
Erste Schritte
Der freie Compiler ist GNAT (Teil der GNU Compiler Collection). Ein einfaches Programm liegt in einer hallo.adb-Datei:
gnatmake hallo.adb # Kompiliert, bindet und linkt in einem Schritt
gnat compile hallo.adb # Nur kompilieren
gnat bind hallo.ali # Bind-Schritt (für komplexe Projekte manuell)
gnat link hallo.ali # Link-Schritt
./hallo # Ausführen
Projekte mit gprbuild
Für größere Projekte arbeitet man mit Projektdateien (.gpr) und gprbuild — dem Build-Manager der GNAT-Toolchain, vergleichbar mit make oder cmake:
gprbuild -P projekt.gpr # Projekt aus der Projektdatei bauen
gprbuild -P projekt.gpr -c # Nur kompilieren
gprclean -P projekt.gpr # Build-Artefakte entfernen
Paketverwaltung mit Alire
alr init --bin projektname # Neues Projekt anlegen
alr search paket # Crate suchen
alr get paket # Crate herunterladen
alr add paket # Abhängigkeit ins Manifest aufnehmen
alr build # Projekt bauen
alr run # Projekt bauen und ausführen
Praxis-Tipps
- Ada kompiliert typischerweise mit aktivierten Laufzeitprüfungen — das macht Programme sicherer, aber etwas langsamer; für Release-Builds lassen sie sich gezielt abschalten.
- Die Untermenge SPARK erlaubt formale Verifikation und wird in Hochsicherheitsprojekten eingesetzt.
- Ada-Code ist bewusst lesbar geschrieben: Blöcke enden mit
end Name;statt geschweifter Klammern.
Verwandte Grundlagen: Pascal/Delphi-Befehle, C/C++-Befehle, Rust-Befehle, D-Befehle, Roc-Befehle.
Odin ist eine schnelle, kompilierte Systemprogrammiersprache, die von Ginger Bill seit 2016 entwickelt wird. Sie setzt auf Einfachheit und explizite Programmierung: keine versteckte Magie, kein Garbage Collector, keine Exceptions. Odin kompiliert über LLVM und denkt in Ordner-basierten Paketen — ein Verzeichnis mit .odin-Dateien ist ein Paket.
Grundbefehle
odin run . # aktuelles Paket kompilieren und ausführen
odin build . # nur kompilieren (ohne Ausführen)
odin test # Test-Suiten kompilieren und ausführen
odin check . # Paket typ-prüfen ohne Code-Generierung
odin doc # Dokumentation aus Kommentaren erzeugen
odin fmt # Quellcode formatieren
Wichtige Flags
-debug/-release— Optimierungs- und Debug-Stufen-o— Optimierungsstufe wählen (z.B.-o:speed)-out:name— Namen der Ausgabedatei festlegen-build-mode:exe|dll|obj|asm— Art der Ausgabe bestimmen-vet— zusätzliche statische Prüfungen aktivieren-collection:NAME=pfad— eigene Sammlungen für Importe definieren
Praxis-Tipps
- Die Kern-Bibliothek (
core:fmt,core:os,core:strings,core:slice,core:mem) bringt Formatierung, Dateizugriff und Speicherverwaltung mit. - Der Language Server
olsliefert Autovervollständigung in Editoren; das Community-Werkzeugollyverwaltet Pakete. - Odin ist für Data-oriented Design ausgelegt: Datenstrukturen und Speicherlayout stehen im Mittelpunkt, Speicher wird manuell verwaltet.
Verwandte Grundlagen: C/C++-Befehle, Rust-Befehle, Go-Befehle, Zig-Befehle, Gleam-Befehle und Mojo-Befehle.
Gleam ist eine statisch typisierte, funktionale Programmiersprache, die seit 2016 von Louis Pilfold entwickelt wird und im März 2024 mit Version 1.0 stabil wurde. Sie kompiliert nach Erlang oder JavaScript und läuft damit auf der bewährten BEAM-VM — mit robustem Pattern Matching, freundlichen Compiler-Meldungen und nahezu keinen Laufzeitfehlern.
Grundbefehle
gleam new mein_projekt # neues Projekt anlegen
gleam add gleam_json # Paket aus der Hex-Registry hinzufügen
gleam build # Projekt bauen
gleam run # Programm ausführen
gleam test # Tests ausführen
gleam format # Code formatieren
gleam check # Projekt prüfen ohne Build-Artefakte
gleam docs build # HTML-Dokumentation erzeugen
Ziel-Plattform wählen
- Standard-Target ist Erlang; mit
gleam run -t javascriptoder--target javascriptwird JavaScript erzeugt. gleam export erlang-shipmentbaut ein Artefakt für die Server-Auslieferung;gleam export javascriptexportiert JS-Bundle.- Der Pipe-Operator
|>führt Werte durch Funktionsaufrufe — das Herzstück der funktionalen Gleam-Programmierung.
Praxis-Tipps
- Der Compiler, der Build-Tool, Formatter und Paketmanager sind in einem einzigen
gleam-Binary vereint. - Gleam profitiert vom kompletten Erlang/OTP-Ökosystem: Prozesse, Fault Tolerance und Hot Code Reloading der BEAM-VM.
- Die Sprache ist von Elm, Erlang/Elixir und Rust inspiriert — Typinferenz, unveränderliche Daten und klare Fehlermeldungen gehören zum Konzept.
Verwandte Grundlagen: Elixir/Erlang-Befehle, Haskell-Befehle, Rust-Befehle, Odin-Befehle und Mojo-Befehle.
Mojo ist eine Programmiersprache für KI- und Performance-Entwicklung von Modular — vorgestellt im Mai 2023 von Chris Lattner, dem Erfinder von LLVM. Mojo ist weitgehend ein Superset von Python und ergänzt es um Systems-Programmierung: SIMD, GPUs und MLIR-basierte Kompilierung, damit Python-artiger Code ohne C++ oder CUDA schnell läuft.
Grundbefehle
mojo hallo.mojo # Datei per JIT kompilieren und ausführen
mojo # REPL-Sitzung starten
mojo run hallo.mojo # explizit ausführen
mojo build hallo.mojo # ausführbares Binary erzeugen (AOT)
mojo package # Mojo-Module paketieren
mojo format # Quellcode formatieren
mojo doc # Dokumentation erzeugen
mojo debug # Debugger starten
Der magic-Befehl
magic init— neues Projekt mit Manifest anlegenmagic add— Abhängigkeiten hinzufügenmagic run— Skripte und Tasks im Projekt-Environment ausführenmagic shell— Shell im konfigurierten Environment starten
Praxis-Tipps
mojo runnutzt Just-in-Time-Kompilierung,mojo builderzeugt native Binaries für die Auslieferung.- Mojo kann Python-Module direkt importieren und ergänzt sie um
fn-Funktionen mit strikter Typisierung sowiestructfür layout-kontrollierte Typen. - Die Modular-Platform (MAX) bündelt Mojo mit Inferenz- und Trainings-Tooling für KI-Beschleuniger.
Verwandte Grundlagen: Python-Befehle, C/C++-Befehle, Rust-Befehle, Odin-Befehle und Gleam-Befehle.