DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) vergibt IP-Adressen und weitere Netzwerkeinstellungen automatisch an Geräte. Statt jede Adresse manuell einzutragen, bekommt ein Gerät beim Verbinden mit dem Netzwerk „auf Zuruf" eine passende Konfiguration — zentral verwaltet von einem DHCP-Server (meist im Router).
Wie läuft eine DHCP-Vergabe ab?
1. DISCOVER: Das Gerät sendet einen Broadcast „Ich suche einen DHCP-Server"
2. OFFER: Der Server bietet eine IP-Adresse samt Konfiguration an
3. REQUEST: Das Gerät fragt diese Adresse an
4. ACK: Der Server bestätigt — das Gerät nutzt die Adresse
Dieser Ablauf heißt DORA (Discover, Offer, Request, Ack) und dauert nur wenige Millisekunden.
Was wird außer der IP noch vergeben?
- Subnetzmaske — definiert, welche Adressen im selben Netz liegen
- Standard-Gateway — der Router, über den fremde Netze erreichbar sind
- DNS-Server — für die Namensauflösung (siehe DNS)
- Lease-Dauer — wie lange die Adresse gültig ist, danach wird sie verlängert
Praxis-Tipps
- Feste Zuordnung: Per DHCP-Reservierung (MAC-Adresse → IP) erhalten Server und Drucker immer dieselbe Adresse — das Prinzip dahinter erklärt NAT.
- Problemfall „falsche IP": Zeigt
ipconfig(Windows) oderip addr(Linux) eine 169.254.x.x-Adresse, konnte kein Server erreicht werden (APIPA). - Lease anzeigen/erneuern: Windows
ipconfig /renew, Linuxdhclient -r && dhclient. - DHCP vs. statisch: Für wenige feste Geräte im kleinen Netz ist statische Konfiguration okay; ab etwa 10 Geräten spart DHCP viel Wartung.