Halbduplex (englisch half-duplex) erlaubt die Datenübertragung in beide Richtungen – aber immer nur abwechselnd. Beide Stationen teilen sich denselben Kanal: Während die eine sendet, muss die andere empfangen. Ein gleichzeitiger Austausch ist nicht möglich, weil sich die Signale sonst gegenseitig stören würden.
Klassische Beispiele
- Walkie-Talkie / Sprechfunk: Man drückt die Sprechtaste (PTT), spricht, lässt los – erst dann kann der andere antworten. Das bekannteste Halbduplex-Beispiel überhaupt.
- WLAN (802.11): Funktioniert halbduplex, weil sich alle Teilnehmer ein gemeinsames Funkmedium teilen und nur einer gleichzeitig senden darf.
- Älteres Ethernet mit Hub: Vor der Switch-Ära teilten sich alle Geräte einen gemeinsamen Bus. Das Verfahren CSMA/CD (Carrier Sense Multiple Access with Collision Detection) sorgte dafür, dass immer nur ein Gerät sendete und Kollisionen erkannt wurden.
- RS-485-Busse: In der Industrieautomation nutzen viele Feldbusse ein gemeinsames Adernpaar abwechselnd für beide Richtungen.
Technische Einordnung
Halbduplex benötigt Umschaltzeiten (Turnaround), wenn Sender und Empfänger ihre Rollen tauschen. Moderne Netze setzen deshalb fast überall auf Vollduplex: Switches schalten jede Verbindung punkt-zu-punkt durch, sodass Kollisionen entfallen. Nur noch Altgeräte oder Fehlkonfigurationen laufen im Halbduplex-Modus – etwa ein Hub an einem Switch. Stimmen die Duplex-Einstellungen zweier Geräte nicht überein, spricht man von einem Duplex-Mismatch, der massive Paketverluste verursacht.
Verwandte Grundlagen: Simplex, Vollduplex, Ethernet, WLAN.