Vollduplex (englisch full-duplex) ist der leistungsfähigste Übertragungsmodus: Beide Stationen können gleichzeitig senden und empfangen. Dafür nutzt jede Richtung einen eigenen Kanal – getrennte Leitungen, Adernpaare, Frequenzen oder Wellenlängen – sodass sich die Datenströme nicht in die Quere kommen.

Vollduplex in der Praxis

  • Telefonie: Beim Telefonieren kann man gleichzeitig sprechen und hören. Die klassische Gabelschaltung trennt die beiden Richtungen auf der Teilnehmerleitung.
  • Switched Ethernet: Jede Verbindung zu einem Switch ist eine Punkt-zu-Punkt-Strecke. 10/100-Mbit/s-Ethernet nutzt dafür getrennte Sende- und Empfangsadernpaare; Gigabit-Ethernet (1000BASE-T) sendet und empfängt gleichzeitig auf allen vier Paaren.
  • USB 3.x: Im Gegensatz zu USB 2.0 (halbduplex auf einem Datenpaar) besitzt USB 3.0 getrennte Sende- und Empfangsleitungen und arbeitet damit vollduplex.
  • Mobilfunk: LTE/5G trennen Uplink und Downlink per Frequenz (FDD) oder Zeit (TDD).

Vorteile gegenüber Halbduplex

Vollduplex kennt keine Kollisionen und keine Umschaltpausen – die Übertragung läuft in beide Richtungen mit voller Geschwindigkeit. Im Ethernet wurde das durch den Umstieg von Hubs auf Switches möglich: Am Hub mussten alle Geräte um ein gemeinsames Medium konkurrieren, am Switch hat jede Leitung ihren eigenen Kanal. Moderne Geräte handeln Geschwindigkeit und Duplex-Modus automatisch per Auto-Negotiation aus.

Verwandte Grundlagen: Simplex, Halbduplex, Switch, USB.