Link Aggregation bündelt mehrere physische Netzwerkleitungen zwischen zwei Geräten (z. B. Switch und Server) zu einer einzigen logischen Verbindung. Der Standard hieß ursprünglich IEEE 802.3ad und ist seit 2008 als IEEE 802.1AX normiert; Cisco nennt das Verfahren EtherChannel, Linux spricht von Bonding, Microsoft von Teaming. Ziel ist mehr Gesamtbandbreite und vor allem Redundanz: Fällt eine Leitung aus, läuft der Verkehr über die restlichen weiter.

LACP

Das Link Aggregation Control Protocol (LACP) automatisiert das Bündeln: Ports werden als aktiv oder passiv konfiguriert, die aktive Seite sendet LACPDUs, und beide Seiten verhandeln, welche Ports in denselben Bund (Link Aggregation Group) dürfen — üblicherweise bis zu acht aktive Leitungen pro Gruppe. Ohne LACP lassen sich Bunds auch statisch konfigurieren, dann fehlt aber die automatische Fehlererkennung auf Protokollebene.

Lastverteilung statt Einzelleitungs-Beschleunigung

Wichtig: Link Aggregation verdoppelt nicht den Durchbruch einer einzelnen Verbindung. Ein einzelner Datenstrom (z. B. eine große Datei) läuft immer über genau eine Leitung — Frames einer Flussrichtung werden nie aufgeteilt, sonst kämen sie in falscher Reihenfolge an. Stattdessen verteilt ein Hash über Quell-/Ziel-MAC oder Quell-/Ziel-IP (je nach Modell auch Ports) die vielen parallelen Ströme gleichmäßig auf die Leitungen des Bunds.

Praxis

  • Beide Seiten müssen denselben Modus verwenden (LACP aktiv/passiv oder statisch), sonst entstehen Schleifen oder der Bund bleibt down.
  • Typische Einsatzorte: Server-Netzwerkkarten zum Switch, Switch-Uplinks und SAN-/NAS-Anbindungen.
  • Ein Bund aus mehreren Leitungen wird von Spanning Tree als eine einzige logische Verbindung behandelt.
  • Für Ausfallsicherheit bis in den Kern helfen redundante Switches und Failover-Konzepte.

Verwandte Grundlagen: Switch, Ethernet, Netzwerkkarte, VLAN-Trunking, Rapid Spanning Tree Protocol.