Broadcast Storm (Broadcast-Sturm) ist eine Lawine aus Broadcast-Frames, die ein Netzwerk so stark belastet, dass der normale Datenverkehr zusammenbricht. Die Rahmen vermehren sich lawinenartig, verbrauchen Bandbreite und Rechenzeit aller beteiligten Geräte.
Hauptursache: Layer-2-Schleifen
Der klassische Auslöser ist eine Schleife auf Schicht 2: Redundante Verbindungen zwischen Switches sind gut für die Ausfallsicherheit — läuft aber kein Schleifenschutz, werden Broadcasts endlos weitergereicht. Jeder Switch kopiert den Frame an alle Ports, der Nachbar tut dasselbe, und die Kopien kreisen immer schneller. Spanning Tree Protocol (STP) verhindert genau diese Schleifen, indem es redundante Pfade blockiert. Ohne STP oder bei fehlerhafter Konfiguration kann schon eine einzige Verbindungsschleife den Sturm auslösen.
Weitere Auslöser
Auch ein fehlkonfiguriertes oder defektes Endgerät kann übermäßig viele Broadcasts erzeugen (fehlerhafter Netzwerktreiber, falsch eingestellte Netzwerkkarte). Bewusst ausgelöst werden Broadcast-Stürme zudem als Denial-of-Service-Angriff, um Netz und Switches zu überlasten.
Wirkung und Gegenmaßnahmen
Typische Symptome: extrem hohe CPU-Last auf den Switches, steigende Latenz und Paketverluste bis hin zum kompletten Ausfall der Kommunikation. Gegenmaßnahmen: STP/RSTP konsequent aktivieren, Storm Control an den Ports einstellen, Broadcast Domains per VLAN verkleinern und fehlerhafte Geräte gezielt suchen (Link-Layer-Discovery, Port-Spiegelung).
Verwandte Grundlagen: Broadcast Domain, Broadcast, Multicast und Unicast, Switch.