Power over Ethernet (PoE) versorgt Netzwerkgeräte über das Ethernet-Kabel mit Strom, während dasselbe Kabel weiterhin Daten überträgt. Statt einer separaten Stromleitung und eines Netzteils genügt ein einziges Kabel vom Switch zum Endgerät.
So funktioniert PoE
Die Energie fließt als Gleichspannung über freie Adernpaare des Netzwerkkabels oder über dieselben Paare wie die Daten (Phantomspeisung). Die Norm IEEE 802.3af legt seit 2003 fest, wie die beteiligten Geräte zusammenarbeiten. Eine stromversorgende Einrichtung (PSE, Power Sourcing Equipment, meist der Switch) und ein verbrauchendes Gerät (PD, Powered Device, etwa eine Kamera) handeln die Versorgung aus: Die PSE sendet zuerst eine niedrige Testspannung und erkennt am Widerstand, ob wirklich ein PoE-fähiges Gerät angeschlossen ist. Erst dann schaltet sie die volle Spannung von 48 Volt frei. Danach verhandeln beide Seiten eine Leistungsklasse, damit das Budget nicht überlastet wird. Diese Erkennung verhindert, dass Geräte ohne PoE-Unterstützung beschädigt werden.
Übertragene Leistung
- 802.3af (PoE): bis zu 15,4 W pro Port, nutzbar rund 12,95 W beim Gerät.
- 802.3at (PoE+): bis zu 30 W pro Port, nutzbar rund 25,5 W.
- 802.3bt (PoE++): 60 bis 90 W pro Port über alle vier Adernpaare.
Die Differenz zwischen gesendeter und nutzbarer Leistung geht als Wärme im Kabel verloren. Wie viel ein Switch insgesamt bereitstellt, beschreibt das PoE-Budget.
Typische Anwendungen
- IP-Kameras und Video-Gegensprechanlagen
- WLAN-Access-Points (siehe WLAN)
- IP-Telefone und DECT-Basisstationen
- IoT-Sensoren, Beleuchtung, elektronische Türschlösser
Moderne Standards wie PoE+ liefern genug Leistung für anspruchsvollere Geräte. Verwandte Grundlagen: LLDP-MED, Switch, Ethernet, Netzwerkkarte, VLAN.