MPEG-DASH (Dynamic Adaptive Streaming over HTTP) ist ein offener internationaler Standard für adaptives Medien-Streaming. Er ist als ISO/IEC 23009-1 festgelegt und gilt als das offene Gegenstück zum Apple-eigenen HLS — eingesetzt wird er überall dort, wo keine Apple-Plattform den Ton angibt.

Manifest und Segmente

Das Herzstück von DASH ist das MPD (Media Presentation Description), eine XML-Datei, die den gesamten Stream beschreibt. Die Hierarchie gliedert sich in eine Presentation, die ein oder mehrere Periods (zeitliche Abschnitte) enthält. Jede Period enthält Adaptation Sets — etwa eine Gruppe für Video und eine für Audio — und darin mehrere Representations, also Qualitätsvarianten mit unterschiedlicher Bitrate und Auflösung.

Wie bei HLS wird der Inhalt in kurze Segmente zerlegt und über normale HTTP-Server ausgeliefert. Der Player liest das MPD, wählt passende Representations aus und wechselt bei schwankender Bandbreite dynamisch zwischen den Qualitätsstufen. Als Segmentformat hat sich heute CMAF durchgesetzt, das DASH und HLS eine gemeinsame technische Basis gibt.

Eigenschaften

  • DASH ist codec-agnostisch: H.264, HEVC, VP9 oder AV1 sind möglich — das MPD beschreibt, welcher Codec verwendet wird.
  • Browser spielen DASH über die Media Source Extensions (MSE) ab; Chrome, Firefox und Edge unterstützen es nativ, Safari setzt stattdessen auf HLS.
  • Große Plattformen wie Netflix und YouTube nutzen DASH-artige Formate für ihre adaptiven Streams.
  • Low-Latency-DASH (LL-DASH) erreicht mit CMAF-Chunked-Transfer Verzögerungen von wenigen Sekunden.

Verwandte Grundlagen: HLS, RTSP, HTTP/3.