HLS (HTTP Live Streaming) ist ein von Apple entwickeltes Verfahren, um Video und Audio in Echtzeit oder auf Abruf über normale HTTP-Server auszuliefern. Es wurde 2009 eingeführt und ist heute eines der am weitesten verbreiteten Streaming-Formate — vor allem, weil es ohne spezielle Server-Technik auskommt und von praktisch allen Abspielgeräten unterstützt wird.
So funktioniert HLS
HLS zerlegt den Medienstrom in kurze Segmente von wenigen Sekunden Dauer. Eine Playlist-Datei im m3u8-Format (eine erweiterte M3U-Liste) beschreibt, welche Segmente in welcher Reihenfolge gehören. Der Player lädt zuerst die Playlist, dann die einzelnen Segmente nacheinander über normales HTTP oder HTTPS. Weil nur Standard-Webserver nötig sind, funktioniert HLS durch Firewalls und CDNs hindurch.
Für adaptives Streaming gibt es eine Master-Playlist, die mehrere Varianten mit unterschiedlicher Bitrate und Auflösung auflistet. Jede Variante hat ihre eigene Media-Playlist. Der Player misst die verfügbare Bandbreite und wechselt während der Wiedergabe nahtlos zwischen den Qualitätsstufen — ohne dass der Nutzer etwas merkt.
Einsatz und Formate
- Klassische Segmente nutzen MPEG-TS (.ts); moderne Varianten verwenden fragmentiertes MP4 (CMAF) und sind damit mit MPEG-DASH kompatibel.
- HLS kann Live-Streams und On-Demand-Inhalte (VOD) ausliefern.
- Die Spezifikation ist als RFC 8216 (2017) standardisiert; Low-Latency-HLS (LL-HLS) senkt die Verzögerung mit Teilsegmenten und Vorab-Hinweisen auf wenige Sekunden.
- Native Unterstützung gibt es in iOS, macOS und Safari; über Player-Bibliotheken läuft HLS auch in Android- und Browser-Umgebungen.
Als Transport kann neben HTTP/1.1 auch HTTP/3 auf Basis von QUIC dienen. Die Inhalte selbst werden mit Videocodecs wie H.264 oder HEVC und Audiocodecs wie AAC kodiert.