Ein Codec (Kunstwort aus Coder und Decoder) ist ein Verfahren, das Daten – meist Audio- oder Videodaten – für Speicherung oder Übertragung komprimiert und beim Abspielen wieder dekomprimiert. Der Encoder-Teil erzeugt den komprimierten Bitstrom, der Decoder-Teil macht daraus wieder abspielbare Signale.

Warum braucht man Codecs?

Unkomprimiertes Material ist riesig: Eine Minute Stereo-Audio in CD-Qualität (44,1 kHz, 16 Bit) belegt rund 10 Megabyte, eine Minute Full-HD-Video schnell mehrere Gigabyte. Datenkompression senkt diese Menge drastisch – oft auf unter ein Prozent des Originals. Genau hier setzen Codecs an: Sie entfernen Redundanz und für das menschliche Ohr beziehungsweise Auge kaum wahrnehmbare Details.

Verlustfrei oder verlustbehaftet?

Codecs gibt es in zwei Grundformen. Verlustfreie Kompression (etwa FLAC oder PNG) erlaubt die exakte Wiederherstellung der Originaldaten. Verlustbehaftete Kompression (MP3, AAC, Opus, JPEG, H.264, AV1) verwirft gezielt Informationen und erreicht dadurch deutlich höhere Raten – auf Kosten kleiner Qualitätsverluste, die bei typischen Bitraten kaum auffallen.

Codec ist nicht gleich Dateiformat

Ein häufiger Denkfehler: Codec und Container werden verwechselt. Der Codec bestimmt, wie Bild- und Tondaten kodiert sind. Der Container (etwa MP4, MKV oder AVI) ist die „Verpackung", die den kodierten Bitstrom zusammen mit Metadaten, Kapiteln und mehreren Spuren ablegt. Eine MP4-Datei enthält typischerweise H.264-Video und AAC-Audio – wechselt man den Codec, bleibt der Container derselbe.

Bekannte Codecs

Bei Echtzeit-Anwendungen wie VoIP oder WebRTC zählt neben der Kompressionseffizienz vor allem die geringe Latenz: Opus schafft Frames ab 2,5 Millisekunden und ist deshalb dort der Standard-Audiocodec.

Verwandte Grundlagen: Opus, H.264.