Opus ist ein offener, lizenzfreier Audio-Codec, der für interaktive Echtzeit-Kommunikation entwickelt wurde. Er deckt mit einer Bitrate von 6 kbit/s (Schmalband-Sprache) bis 510 kbit/s (Stereo-Musik in hoher Qualität) ein extrem breites Spektrum ab und gilt heute als Standard für VoIP und WebRTC.
Zwei Techniken in einem Codec
Opus vereint zwei Verfahren: SILK ist die Sprach-Engine (Lineare Prädiktion, von Skype beigesteuert) und CELT die Musik-Engine (transformationsbasiert). Der Encoder wechselt Frame für Frame – oder mischt beide – je nachdem, ob gerade Sprache oder Musik übertragen wird. Dadurch klingt derselbe Codec bei einem leisen Telefonat ebenso gut wie bei einem Stereo-Konzert.
Geringe Latenz für Echtzeit
Entscheidend für Gespräche ist die Verzögerung. Opus unterstützt Frames ab 2,5 Millisekunden und einen Algorithmus-Verzögerungsbereich von 26,5 bis 510 ms – inklusive einer „Niedrigkomplexitäts"-Stufe für einfache Geräte. Zusammen mit der adaptiven Bitrate lässt sich Opus auch bei schwankenden Bandbreiten stabil halten; verlorene Pakete gleicht es mit Fehlerverschleierung aus, wichtig bei hohem Paketverlust.
Standardisierung und Verbreitung
Opus wurde 2012 als RFC 6716 standardisiert und ist seitdem in Browsern, in RTP-Profilen (RFC 7587) und in praktisch allen VoIP-Lösungen verfügbar. Im Gegensatz zu patentierten Codecs ist Opus lizenzfrei – ein Grund, warum es sich im offenen Web durchsetzte. Neben Echtzeit wird Opus auch für Musik-Streaming und Sprachaufnahmen genutzt; verlustbehaftet wie jeder moderne Audiocodec, aber mit sehr guter Qualität pro Bit.
Als verlustbehaftete Kompression verwirft Opus hörschwellen-bedingt Details – die Grundprinzipien der Datenkompression und der Puls-Code-Modulation als Digitalisierungsbasis gelten auch hier.