Storm Control (auch Traffic Suppression) ist eine Schutzfunktion von Switches, die die Rate von Broadcast-, Multicast- und Unknown-Unicast-Frames je Port begrenzt. Überschreitet der Datenverkehr einen eingestellten Schwellwert, werden die überschüssigen Rahmen verworfen — so kann ein Broadcast Storm das Netz nicht mehr lahmlegen.
Wie Storm Control arbeitet
Der Administrator konfiguriert pro Port Schwellwerte — als Prozent der Schnittstellenbandbreite oder als feste Rate in Paketen pro Sekunde (pps). Getrennte Schwellwerte gibt es typischerweise für Broadcast-, Multicast- und Unknown-Unicast-Verkehr. Steigt die Rate über den oberen Schwellwert (Rising Threshold), greift die konfigurierte Aktion: meist das Verwerfen der überschüssigen Frames, optional das Abschalten des Ports (Shutdown) oder das Senden einer SNMP-Trap-Meldung.
Abgrenzung zu STP
Storm Control ergänzt den Spanning Tree Protocol: STP verhindert die Schleifen, die Stürme auslösen, Storm Control begrenzt dagegen die Schäden durch bereits auftretende Stürme — etwa durch ein defektes Endgerät oder einen Angriff. Anders als eine STP-Abschaltung drosselt Storm Control nur die betroffene Verkehrsklasse und lässt die Redundanz der Leitungen unangetastet.
Praxis
Viele Hersteller liefern Storm Control standardmäßig deaktiviert aus; erst das Einstellen konservativer Schwellwerte schützt. Bei der Konfiguration ist darauf zu achten, dass legitime Dienste (etwa Discovery- oder Heartbeat-Frames) nicht versehentlich beschnitten werden. Sinnvoll kombiniert wird Storm Control mit einer Segmentierung der Broadcast Domains per VLAN, damit sich Stürme gar nicht erst weit ausbreiten.
Verwandte Grundlagen: Broadcast Storm, Switch, Spanning Tree Protocol.