Store-and-Forward-Switching ist das klassische Weiterleitungsverfahren von Ethernet-Switches: Der Switch empfängt einen Ethernet-Frame vollständig, puffert ihn zwischen und prüft erst dann die Frame-Prüfsumme (FCS). Erst wenn der Frame fehlerfrei ist, wird er auf den Zielport weitergeleitet.

Ablauf im Detail

Nachdem der komplette Frame im Zwischenspeicher (Buffer) liegt, berechnet der Switch die Prüfsumme und vergleicht sie mit dem FCS-Feld des Frames. Stimmen die Werte nicht überein, wird der Frame als ungültig verworfen. Stimmen sie überein, sucht der Switch anhand der Ziel-MAC-Adresse in seiner MAC-Tabelle den passenden Ausgangsport und leitet den Frame weiter. Zusätzlich verwirft der Modus automatisch Runts (Frames unter 64 Bytes) und Giants (über 1518 Bytes).

Eigenschaften

  • Hohe Zuverlässigkeit: Beschädigte und zu kurze Frames werden nicht weitergereicht — das Netz bleibt frei von Fehlerfragmenten.
  • Höhere Latenz: Die komplette Empfangs- und Prüfzeit addiert sich zur Weiterleitungszeit, dadurch ist dieser Modus langsamer als Cut-Through-Switching.
  • Geschichtlich zuerst: Store-and-Forward war das erste weit verbreitete Verfahren auf der Ethernet-Ebene.

Store-and-Forward eignet sich besonders für Netze mit hoher Fehlerrate, in denen die Integrität der Daten wichtiger ist als minimale Verzögerung. Der Kompromiss zwischen beiden Welten ist das Fragment-Free-Switching, das nur die ersten 64 Bytes prüft.

Verwandte Grundlagen: Switch, MAC-Learning, Kollisionsdomäne.