NVMe-oF (NVMe over Fabrics) ist eine Spezifikation der NVM-Express-Organisation, die das NVMe-Protokoll von der lokalen PCIe-Verbindung löst und über Netzwerke nutzbar macht. Ein Server (Initiator) greift dabei mit nahezu lokaler Latenz auf die NVMe-Laufwerke eines entfernten Speichersystems (Target) zu — die Grundlage moderner, extrem schneller SAN-Architekturen.
Transporte
- NVMe/TCP: läuft über normale Ethernet-Netzwerke (TCP-Port 4420), keine Spezialhardware nötig, daher der einfachste Einstieg
- NVMe/RDMA: nutzt RDMA-fähige Netze wie InfiniBand, RoCE oder iWARP für sehr geringe Latenzen
- NVMe/FC: bindet NVMe in bestehende Fibre-Channel-SANs ein (FC-NVMe)
Konzepte
Statt LUNs wie bei iSCSI verwaltet NVMe-oF Namespaces: Das Target exportiert sie über einen sogenannten NQN (NVMe Qualified Name), der Initiator entdeckt sie über einen Discovery-Controller und verbindet sich. Der Vorteil gegenüber klassischen SAN-Protokollen liegt in der hohen Parallelität des NVMe-Kommandosatzes (viele Queues, viele Befehle gleichzeitig) — dadurch bleiben die Latenzen auch unter Last nahe an lokalen SSDs.
Verwandte Grundlagen: NVMe-oF-Befehle, iSCSI, Fibre Channel, NVMe-SSDs.