mtr (My Traceroute) kombiniert Ping und traceroute in einem fortlaufenden Diagnose-Werkzeug: Es sendet kontinuierlich Pakete zu jedem Hop auf dem Weg zum Ziel und zeigt pro Zwischenstation Verlustquote und Latenz. So lässt sich ein Flaschenhals gezielt lokalisieren — beim eigenen Provider, im Transit oder am Ziel.

Interaktiv starten

mtr hanse-computing.de      # Live-Ansicht, laeuft bis Abbruch
mtr -n 8.8.8.8              # -n: keine DNS-Namensaufloesung (schneller)
mtr -4 / -6 example.com     # IPv4 bzw. IPv6 erzwingen

Die Live-Ansicht aktualisiert sich laufend. Spalten: Loss% (Verlustquote), Snt (gesendete Pakete), Last/Avg/Best/Wrst (Latenz in ms), StDev (Schwankung). * * * bedeutet: Der Router antwortet nicht auf ICMP — oft blockiert er es bewusst, nicht zwingend ein Fehler.

Report-Modus für Skripte und Logs

mtr -r -c 20 8.8.8.8        # -r Report: 20 Zyklen, dann Statistik + Exit
mtr -r -w -c 50 example.com # -w: breite Ausgabe (Hostnamen nicht kuerzen)
mtr --report-cycles=100     # Langform von -c

Im Report-Modus läuft mtr eine feste Anzahl Zyklen und beendet sich — ideal für automatisierte Checks. CSV-, XML- und JSON-Ausgabe (--csv, --xml, --json) machen die Werte maschinenlesbar.

Weitere Optionen

  • -s 100: Paketgröße setzen (inkl. IP/ICMP-Header)
  • -i 1: Intervall zwischen Sonden (Sekunden)
  • -m 30: maximale Hop-Anzahl (TTL)
  • -P 443: TCP-Sonden auf Port 443 (statt ICMP) — nützlich, wenn ICMP gefiltert wird
  • -o LSR NBAWV: Spaltenauswahl der Anzeige

Praxis-Tipp

Zeigt nur der letzte Hop vor dem Ziel Verluste, liegt die Störung meist im Zielnetz; zeigen schon frühe Hops Verluste, ist der eigene Zugang oder der Provider betroffen. Für Paketverlust-Analyse siehe Paketverlust.

Verwandte Grundlagen: whois-Befehle, drill-Befehle.