AVI (Audio Video Interleave) ist ein Video-Containerformat von Microsoft aus dem Jahr 1992. Es gehörte zu Video for Windows und war in der Windows-95-Ära das dominierende Videoformat auf dem PC. AVI basiert auf dem RIFF-Container (Resource Interchange File Format), das Microsoft ein Jahr zuvor für WAV-Audiodateien eingeführt hatte.

So ist eine AVI-Datei aufgebaut

Eine AVI-Datei beginnt mit der Kennung RIFF und dem Formattyp AVI . Im Inneren sorgen Listen und Chunks für Struktur: Die hdrl-Liste beschreibt die enthaltenen Ströme (Video, Audio), die movi-Liste enthält die eigentlichen Daten, der optionale idx1-Block den Index. Die Chunks sind über Vier-Zeichen-Codes (FOURCC) gekennzeichnet. Audio- und Videodaten liegen abwechselnd (interleaved), damit sie von CD-ROM und Festplatte synchron gelesen werden können.

Stärken und Grenzen

  • Codec-offen: AVI ist ein reiner Container — der Videostrom kann von vielen Codecs stammen, etwa DivX, Xvid, MJPEG oder Cinepak.
  • Altersbeschränkung: Das klassische AVI-Format nutzt 32-Bit-Größenfelder und stößt bei etwa 2 GB an seine Grenze; die OpenDML-Erweiterung (AVI 2.0) hob dieses Limit auf.
  • Wenig Komfort: Kein natives Streaming, kaum Metadaten, Untertitel meist nur als separate Datei — moderne Formate wie MKV oder MP4 können hier deutlich mehr.
  • Abspielbarkeit: Native Browser-Unterstützung fehlt; mit VLC und anderen Media-Playern lassen sich AVI-Dateien aber weiterhin problemlos abspielen.

Wer alte Video-CDs oder DVD-Rips aus den 1990er- und 2000er-Jahren archiviert hat, begegnet AVI bis heute. Für neue Aufnahmen sind MP4 (Universalfomat), WebM (Web) oder MKV (viele Spuren) die besseren Alternativen — im Apple-Umfeld übernimmt MOV diese Rolle.

Verwandte Grundlagen: MOV, MPEG-TS, MKV, MP4.