MPEG-TS (MPEG Transport Stream) ist ein Containerformat für die Übertragung von Video und Audio über verlustige Kanäle — von DVB-Satellitenfernsehen bis zu Internet-Streaming. Es ist in ISO/IEC 13818-1 (MPEG-2 Systems) standardisiert und trägt oft die Dateiendung .ts oder .m2ts.
Pakete statt Datei
Anders als MKV, AVI oder MOV zerlegt MPEG-TS den Strom in lauter gleich große Pakete von 188 Byte (4 Byte Kopf + 184 Byte Nutzdaten). Jedes Paket trägt eine PID (Packet Identifier), über die der Empfänger die zugehörigen Video-, Audio- oder Datenspuren erkennt. Geht ein Paket auf dem Übertragungsweg verloren, können die folgenden Pakete trotzdem weiter verarbeitet werden — der Empfang reißt nicht sofort ab.
Wofür MPEG-TS genutzt wird
- Broadcast: DVB (Satellit, Kabel, Terrestrik) und ATSC liefern Fernsehprogramme als MPEG-Transportströme aus; mehrere Programme können in einem Strom gebündelt werden.
- Streaming: Klassische HLS-Segmente verwenden MPEG-TS-Dateien; moderne Varianten setzen dagegen auf fragmentiertes MP4 (CMAF).
- Codec-unabhängig: Im Transportstrom stecken typischerweise MPEG-2-, H.264- oder HEVC-Videoströme mit zugehörigem Ton.
Für den Dateiaustausch oder die Archivierung ist MPEG-TS weniger geeignet — der Paket-Overhead ist hoch und Metadaten sind spärlich. Dort übernehmen MKV, MP4 oder AVI; wer Live-Inhalte robust übertragen will, nutzt MPEG-TS.