NFS (Network File System) ist das klassische Netzwerk-Dateisystem für Linux- und Unix-Systeme: Es macht Verzeichnisse eines Servers über das Netzwerk verfügbar, sodass Clients sie wie lokale Ordner einhängen (mounten) können. Entwickelt wurde NFS von Sun Microsystems, die ersten Versionen erschienen 1984/1985.

So funktioniert NFS

Ein NFS-Server exportiert Verzeichnisse („Exports"), ein Client bindet sie per mount in seinen Verzeichnisbaum ein. Version 3 (RFC 1813) lief noch über das RPC-Protokoll mit separatem Portmapper-Dienst (Port 111) auf TCP oder UDP; Version 4 (RFC 7530, NFSv4.1: RFC 8881) vereinheitlichte alles auf TCP-Port 2049 und integrierte Sperren (Locking) und das Mount-Protokoll direkt ins Protokoll. NFSv4 bringt außerdem starke Authentifizierung (Kerberos/RPCSEC_GSS) mit.

Eigenschaften und Grenzen

  • NFS-Zugriffe sind zustandslos (stateless) — bei v2/v3 übersteht der Client einen Server-Neustart ohne Datenkorruption, offene Sperren gingen allerdings verloren
  • NFSv4 ist stateful und beherrscht echte Dateisperren, Leases und Kompound-Requests (mehrere Operationen in einem Roundtrip)
  • Typische Einsatzorte: zentrale Homeserver, Compute-Cluster und NAS-Geräte im Linux-Umfeld
  • Kein Windows-Standard — dort übernimmt SMB diese Rolle

Verwandte Grundlagen: Dateisysteme, Fibre Channel, Backup, NVMe-oF.