NoMachine ist eine kommerzielle Fernzugriffs- und Fernwartungssoftware des Unternehmens NoMachine S.à r.l. (Wurzeln bei Medialogic in Rom, heute von Luxemburg aus organisiert). Sie entstand aus der NX-Technologie, die seit 2003 entwickelt wird und X11-Verbindungen über das Internet deutlich effizienter macht. NoMachine gibt es für Linux, Windows, macOS, Android und iOS – der Zugriff ist auch von mobilen Geräten aus möglich.
Wie funktioniert NoMachine?
Der NoMachine-Server wird auf dem Rechner installiert, auf den man zugreifen möchte. Der Client überträgt den Bildschirminhalt über das NX-Protokoll: Es komprimiert und cached die X11-Daten und reduziert so die Latenz und den Bandbreitenverbrauch selbst bei grafikintensiven Anwendungen spürbar. Ab Version 4 (2011) wurde das Protokoll zu einem generischen Transportlayer erweitert, der auch Audio- und Video-Streaming sowie virtuelle Desktops unterstützt. Die Verbindung ist per TLS/AES-128 verschlüsselt, optional kommt SSH-Tunnel oder Zwei-Faktor-Authentifizierung dazu.
Editionen und Lizenz
- Free Edition: für den persönlichen Gebrauch kostenlos, einige Enterprise-Funktionen sind deaktiviert.
- Enterprise Edition: für Unternehmen, mit zusätzlichen Verwaltungs- und Sicherheitsfunktionen.
Im Gegensatz zu den frühen, teils als Open Source verfügbaren NX-Bestandteilen (FreeNX, NeatX von Google) ist die NoMachine-Software seit Version 4 proprietär. Sie gehört neben TeamViewer und AnyDesk zu den etablierten Fernwartungslösungen und ist besonders im Linux-Umfeld als Alternative zu VNC und RDP verbreitet.
Abgrenzung
Während Remote-Desktop-Werkzeuge wie TeamViewer auf Vermittlungs-Servern setzen, kann NoMachine direkt über das NX-Protokoll verbinden und nutzt dafür keinen zentralen Vermittlungsdienst. Für Linux-Nutzer, die eine freie NX-Implementierung bevorzugen, ist X2Go die wichtigste Alternative.
Verwandte Grundlagen: Remote Desktop, NX-Protokoll, X2Go.