Ein synthetisches Vollbackup (Synthetic Full Backup) ist ein Vollbackup, das nicht durch erneutes Lesen der Originaldaten entsteht, sondern vom Backup-System aus dem letzten echten Vollbackup und den seither angefallenen Inkrementen zusammengesetzt wird. Es sieht für den Restore wie ein normales Vollbackup aus, belastet aber die Produktionssysteme nicht erneut.

Wie es funktioniert

Beim ersten Lauf erstellt das System ein aktives (echtes) Vollbackup, das alle Daten von der Quelle liest. Danach laufen regelmäßig Inkremente (inkrementelle Backups), die nur die Änderungen seit dem letzten Lauf übertragen. In einem definierten Rhythmus verdichtet der Backup-Server die vorhandenen Datenblöcke: Er übernimmt den unveränderten Datenbestand aus dem letzten Vollbackup und spielt die Änderungen der Inkremente ein — fertig ist ein neuer, in sich geschlossener Vollbackup-Stand, ohne dass die Quelle dafür angefasst wird.

Vorteile und Grenzen

  • Kurzes Backup-Fenster: Die Produktion wird nur einmal initial voll gelesen; alle weiteren Vollbackups laufen ohne Last auf Quelle und Netz.
  • Schneller Restore: Für die Wiederherstellung genügt der synthetische Vollbackup-Stand statt einer langen Inkrement-Kette.
  • Gegenstück Active Full: Ein aktives Vollbackup liest die Quelle komplett neu — nötig etwa nach defekten Blöcken oder wenn die Inkrement-Kette unbrauchbar geworden ist.
  • Grenze: Die Synthese verbraucht Rechen- und Speicherleistung auf dem Backup-Server beziehungsweise Storage; ein synthetisches Vollbackup ersetzt keine gelegentliche Prüfung der Quelldaten.

Viele moderne Backup-Lösungen wie Veeam oder Nakivo erzeugen synthetische Vollbackups standardmäßig, um tägliche Voll-Läufe zu vermeiden. Der fertige Stand lässt sich wie jedes Vollbackup auch an einen externen Standort übertragen (siehe Offsite-Backup). Verwandte Grundlagen: Differentielles Backup, GFS-Backup, Backup.