Theora ist ein patentfreier Videocodec der Xiph.Org Foundation. Er basiert auf dem Codec VP3 von On2 Technologies und sollte zusammen mit dem Ogg-Container und dem Audiocodec Vorbis eine vollständig lizenzkostenfreie Multimedia-Alternative bieten.
Herkunft
On2 Technologies stellte seinen Videocodec VP3 im Jahr 2002 unter eine freie Lizenz; die Xiph.Org Foundation entwickelte daraus Theora als offenen Standard. Der Name stammt von einer Figur aus einer Fernsehserie. Die stabile Version 1.0 erschien im November 2008, weitere Verbesserungen folgten bis 2016 — seither ruht die Entwicklung weitgehend.
Technik
Theora ist ein verlustbehafteter Codec auf Basis der diskreten Kosinustransformation (DCT) mit blockweiser Bewegungskompensation. In Effizienz und Bildqualität liegt er auf dem Niveau von MPEG-4 Part 2, wie es aus der DivX- und Xvid-Ära bekannt ist — modernere Codecs wie H.264 komprimieren deutlich besser. Einen Überblick über das Gesamtkonzept gibt der Artikel Codec.
Einsatz
- Video im Ogg-Container, übliche Dateiendung .ogv
- Frühe HTML5-Video-Experimente in Firefox und Wikipedia
- Freie Software-Projekte und Blender-Filme wie Big Buck Bunny
Bedeutung heute
Im Wettstreit der HTML5-Ära unterlag Theora dem Google-Codec VP8, der mit WebM und WebRTC breite Browserunterstützung erreichte. Hardware-Decoder für Theora gibt es praktisch nicht, und die Kompression blieb hinter H.264 zurück. Für die Geschichte offener Medienformate ist Theora dennoch ein Meilenstein.
Verwandte Grundlagen: H.264, WebM, verlustbehaftete Kompression.