Vorbis ist ein offenes, vollständig patent- und lizenzfreies verlustbehaftetes Audiokompressionsverfahren der Xiph.Org Foundation. Es wurde als Gegenentwurf zu den lizenzpflichtigen Codecs MP3 und AAC entwickelt und im Jahr 2000 fertiggestellt. Der Name stammt aus einem Roman von Terry Pratchett; die Dateien tragen meist die Endung .ogg nach dem gleichnamigen Ogg-Container.

Technische Eigenschaften

Vorbis verarbeitet Abtastraten von 8 bis 48 kHz bei 16 Bit und mehr, unterstützt bis zu 255 Kanäle sowie feste und variable Bitraten von etwa 16 bis 128 kbit/s pro Kanal. Bei mittleren und hohen Bitraten liegt die Qualität auf dem Niveau von MP3 und AAC; dank variabler Bitrate schneidet Vorbis bei gleicher Dateigröße oft geringfügig besser ab.

Einsatzgebiete

  • Spiele: Wegen fehlender Lizenzkosten nutzen viele Indie- und Open-Source-Spiele Ogg Vorbis für Musik und Soundeffekte
  • Web: HTML5-Audio und ältere Browser-Versionen von Firefox und Chrome spielten Vorbis nativ ab
  • Wikipedia und freie Projekte: Ogg Vorbis ist dort das Standard-Audioformat

Das WebM-Format (WebM) kombinierte anfangs VP8-Video mit Vorbis-Audio; heute setzt es dort meist Opus ein, das technisch als Vorbis-Nachfolger gilt.

Verwandte Grundlagen: Codec, MP3, AAC, Opus.