Ogg ist ein offener, lizenzfreier Medien-Container der Xiph.Org Foundation. Er kapselt Audio-, Video- und Datenströme in einem einzigen Bitstrom und ist die native Hülle für die Xiph-Codecs wie Vorbis, Opus, FLAC und Theora.

Aufbau

Die Spezifikation ist in RFC 3533 aus dem Jahr 2003 festgehalten. Ogg ist ein seitenbasierter, streamorientierter Container: Er lässt sich in einem Durchgang schreiben und lesen, was ihn für Internet-Streaming und Verarbeitungspipelines prädestiniert. Jede Seite beginnt mit der Signatur OggS, an der sich der Container sicher erkennen lässt. Der Name ist kein Akronym, sondern stammt aus dem Jargon des Netrek-Spiels.

Kapselung

  • Audio: Vorbis, Opus, FLAC, Speex
  • Video: Theora, Dirac
  • Zusatzdaten: Kate (Untertitel), Skeleton (Metadaten), CMML

Dateien und MIME

Je nach Inhalt tragen Ogg-Dateien die Endungen .ogg (Audio), .ogv (Video mit Theora), .oga oder .ogx; die MIME-Typen lauten audio/ogg, video/ogg und application/ogg. Typische Anwendungen sind Musik im Vorbis- oder Opus-Format, Icecast-Radiostreams und Theora-Videos.

Abgrenzung zu WebM

Während Google für seinen Codec VP8 mit WebM einen eigenen, auf Matroska basierenden Container schuf, bleiben die Xiph-Codecs eng mit Ogg verbunden. WebM und Ogg sind damit zwei offene Containerfamilien derselben Ära — als modernes Gegenstück zu proprietären Formaten wie MP4. Wie ein Container von einem Codec zu unterscheiden ist, erklärt der Artikel Codec.

Verwandte Grundlagen: MKV, Datenkompression.