AAC (Advanced Audio Coding) ist ein verlustbehaftetes Audiokompressionsverfahren, das als Nachfolger von MP3 entwickelt wurde. Der Standard entstand ab 1994 im MPEG-2-Prozess (ISO/IEC 13818-7, 1997) und wurde später Teil von MPEG-4 (ISO/IEC 14496-3). Bei gleicher Bitrate erreicht AAC eine bessere Klangqualität als MP3 – typisch gilt AAC bei 128 kbit/s als vergleichbar mit MP3 bei 160 kbit/s.

Technik und Profile

AAC arbeitet mit einer flexibleren Filterbank (MDCT mit 2048 statt 576 Punkten) und besserer Stereocodierung als MP3. Daraus entstanden mehrere Profile:

  • AAC-LC (Low Complexity): Grundprofil für Musik und Sprache
  • HE-AAC (AAC-LC + SBR): Spectral Band Replication rekonstruiert hohe Frequenzen aus dem unteren Band – effizient ab etwa 64 kbit/s
  • HE-AAC v2 (zusätzlich Parametric Stereo): sehr niedrige Bitraten um 24–48 kbit/s für Streaming und Sprachübertragung

Verbreitung

AAC ist der Standard-Audiocodec von iTunes und Apple (Dateiendung .m4a im MP4-Container), in YouTube, bei Digitalradio (DAB+) und digitalem Fernsehen (DVB). MP4-Dateien kombinieren typischerweise H.264-Video mit AAC-Audio.

Ein offener, patentfreier Gegenentwurf zu AAC ist Vorbis aus dem Xiph-Ökosystem.

Verwandte Grundlagen: Codec, MP3, Vorbis, Opus, Verlustbehaftete Kompression.