ISATAP (Intra-Site Automatic Tunnel Addressing Protocol, RFC 5214) ist ein Übergangsmechanismus, der IPv6-Pakete innerhalb eines IPv4-Netzes zwischen Dual-Stack-Geräten transportiert — ohne manuell konfigurierte Tunnel. Entwickelt wurde ISATAP von Microsoft als Ergänzung zu Teredo und 6to4: Teredo durchquert NATs ins Internet, 6to4 verbindet Standorte, ISATAP erschließt einzelne Hosts im eigenen LAN/WAN über die vorhandene IPv4-Infrastruktur. Von der stateless Übersetzung SIIT unterscheidet es sich dadurch, dass ISATAP die IPv6-Pakete kapselt statt sie zu übersetzen.
Adressbildung
Jeder ISATAP-Host bildet seine IPv6-Interface-ID, indem er seine IPv4-Adresse in das Format 0000:5EFE:<IPv4> einbettet (Modified-EUI-64). Die resultierende Link-Local-Adresse sieht beispielsweise so aus: fe80::5efe:192.168.1.10. Über Router Advertisements stellt ein ISATAP-Router den Hosts zusätzlich ein globales Präfix bereit, sodass der gesamte IPv6-Verkehr gekapselt (Protokoll 41) durch das IPv4-Netz zum Router und von dort ins IPv6-Internet läuft.
Status: veraltet
ISATAP hat sich nicht durchgesetzt: Der Betrieb verlangt einen zentralen ISATAP-Router und funktioniert nicht hinter NAT; zudem gab es Sicherheitsbedenken (Umgehung von Firewalls durch Tunneling). Windows unterstützte ISATAP ab XP/Vista, entfernte den Adapter aber in neueren Versionen. Die IETF stufte RFC 5214 als Historisch ein — moderne Netze setzen auf Dual-Stack, NAT64 oder native IPv6 statt ISATAP.
Verwandte Grundlagen: IP-Tunnel, 6to4, Teredo, IPv4 vs. IPv6, 6rd.