Ontologie bezeichnet in der Informatik die formale, explizite Beschreibung eines Wissensbereichs: Sie legt die relevanten Konzepte, ihre Eigenschaften und Beziehungen so fest, dass Menschen und Maschinen ein gemeinsames Verständnis teilen. Die bekannteste Definition stammt von Tom Gruber (1993): eine Ontologie ist eine „Spezifikation einer Konzeptualisierung".

Bestandteile

Eine Ontologie besteht typischerweise aus vier Bausteinen:

  • Klassen (Konzepte): abstrakte Kategorien wie „Fahrzeug" oder „Person"
  • Eigenschaften (Relationen): Beziehungen zwischen Klassen, etwa „hat Hersteller"
  • Individuen (Instanzen): konkrete Objekte, die zu Klassen gehören
  • Axiome: Regeln und Einschränkungen, etwa dass jede Person genau ein Geburtsdatum hat

Wozu Ontologien?

Ontologien schaffen ein verbindliches Vokabular für ein Fachgebiet. Anwendungen können darauf aufbauend Daten austauschen, integrieren und logische Schlüsse ziehen — etwa „alle Elektroautos sind Fahrzeuge, also erben sie deren Eigenschaften". Eingesetzt werden sie im Wissensmanagement, bei der Informationsintegration, in der KI und im Semantischen Web. Technisch werden Ontologien mit Sprachen wie RDFS oder der mächtigeren OWL modelliert; gespeichert werden die Daten als RDF-Tripel, abgefragt mit SPARQL.

Verwandte Grundlagen: Semantische Suche, Graphdatenbank.