OWL (Web Ontology Language) ist eine Spezifikation des World Wide Web Consortiums (W3C), mit der sich Ontologien als formale Beschreibungssprache erstellen, publizieren und verteilen lassen. OWL baut auf RDF und RDFS auf und erweitert sie um deutlich mehr Ausdruckskraft.
Geschichte und Versionen
Die erste Version OWL 1.0 wurde im Februar 2004 zur W3C-Empfehlung. Die überarbeitete Fassung OWL 2 folgte im Oktober 2009 und brachte unter anderem Profile mit, die den Einsatz für bestimmte Anwendungsfälle vereinfachen: OWL 2 EL für große Biologie- und Medizin-Ontologien, OWL 2 QL für Datenbank-Anbindungen und OWL 2 RL für regelbasierte Systeme.
Was OWL ausdrücken kann
Mit OWL lassen sich Klassen hierarchisch ordnen, Eigenschaften mit Domänen und Wertebereichen versehen sowie komplexe Einschränkungen formulieren — etwa Kardinalitäten („ein Auto hat genau vier Räder"), Wertbeschränkungen oder logische Verknüpfungen von Klassen. Die formale Basis bildet die Description Logic: Ein Reasoner kann aus den Axiomen automatisch Schlüsse ableiten, Widersprüche erkennen und die Hierarchie berechnen. So entstehen aus einfachen Tripeln ausdrucksstarke Ontologien, wie sie im Semantischen Web und in Wissensgraphen zum Einsatz kommen.