Shorten (Dateiendung .shn) ist eines der ältesten verlustfreien Audiokompressionsverfahren. Entwickelt wurde es 1993 von Tony Robinson bei SoftSound. Shorten konnte eine typische 16-Bit-WAV-Datei etwa auf die Hälfte verkleinern und galt in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren als Quasi-Standard für den Austausch von Live-Mitschnitten im Internet, vor allem über die Community-Seite etree.org.
Technik
Shorten arbeitet mit linearer Vorhersage: Der Kodierer schätzt jeden Samplewert aus seinen Vorgängern und speichert nur die Differenz zwischen Vorhersage und tatsächlichem Wert. Diese Residuen werden anschließend mit einer Huffman-Kodierung komprimiert. Die Dekodierung ist dadurch rechensparend, die Kompression liegt aber unter dem Niveau moderner Verfahren wie FLAC.
Bedeutung und Ablösung
Shorten war seinerzeit wichtig, weil es als eines der ersten Verfahren verlustfreie Audiodaten praktikabel über das Internet austauschbar machte. Nachteilig waren das fehlende eingebettete Tagging – Metadaten mussten in separaten Text- oder MD5-Dateien mitgeführt werden – und die geringe Verbreitung in Abspielgeräten. Die etree-Community stieg daher auf FLAC um, das offene Lizenz, eingebaute Metadaten und breite Unterstützung bietet. Heute gilt Shorten als obsolet, taucht aber in älteren Tauscharchiven noch auf.
Abgrenzung
Shorten gehört zur Familie der verlustfreien Audiocodecs neben FLAC, ALAC, WavPack, Monkey's Audio und TAK und realisiert die verlustfreie Kompression von Audiodaten.
Verwandte Grundlagen: Codec, FLAC, Monkey's Audio, TAK, Verlustfreie Kompression.