FLAC (Free Lossless Audio Codec) ist ein offenes, verlustfreies Audiokompressionsverfahren, das Musik und Ton bitgenau originalgetreu wiederherstellt und dabei je nach Material 40 bis 60 Prozent Speicherplatz spart. Entwickelt ab 1999 von Josh Coalson und seit 2003 von der Xiph.Org Foundation gepflegt, ist FLAC der Standard-Audiocodec für Musikarchive, zum Rippen von CDs und für Hi-Res-Audio.
Verlustfrei heißt: kein Qualitätsverlust
Anders als verlustbehaftete Codecs wie MP3, AAC oder Vorbis verwirft FLAC keine hörbaren Anteile. Nach der Dekodierung entsteht exakt der ursprüngliche PCM-Bitstrom (Bit-perfect). FLAC unterstützt Abtastraten bis 655.350 Hz und bis zu acht Kanäle; es ist damit die verlustfreie Ergänzung zur verlustfreien Kompression.
Technik: lineare Vorhersage plus Entropiekodierung
FLAC zerlegt das Signal in Blöcke und schätzt mit einem linearen Prädiktor (FIR) den nächsten Samplewert. Gespeichert wird nur die Differenz zwischen Vorhersage und tatsächlichem Wert (Residuum), das anschließend Rice-/Golomb-codiert wird. Der Decoder ist dadurch sehr einfach und rechensparend – wichtig für Abspielgeräte mit wenig Strom. Jeder Frame trägt eine CRC-Prüfsumme, ganze Dateien optional eine MD5-Prüfsumme zur Integritätskontrolle.
Einsatz und Verbreitung
- CD-Ripping: Eine Audio-CD (700 MB) benötigt als FLAC typisch 250–400 MB statt 700 MB als WAV.
- Streaming: Dienste wie Tidal und Qobuz liefern „HiRes Lossless“-Titel als FLAC aus.
- Hardware: Fast alle Musikserver (Logitech Media Server, Roon), Player und Auto-Infotainmentsysteme unterstützen FLAC.
- Container: FLAC trägt die Dateiendung .flac, ist aber auch im Ogg-Container und in MKV möglich.
Ein verbreiteter Konkurrent aus dem Apple-Universum ist ALAC, eine flexible Alternative mit Hybridmodus WavPack.
Verwandte Grundlagen: Codec, Verlustfreie Kompression, Datenkompression, ALAC, WavPack.